Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu

Vorab, also bevor wir zum Thema kommen, möchte ich noch was los werden bzw. für besonders Geistig-Isolierte Personen anmerken. Jene, die sich im „Schutze politischer Korrektheit“ glauben, aber bei einem genaueren Blick sofort auffällt, nicht mal im geringsten bis überhaupt jemals Gebrauch vom eigenen Verstand geschweige denn Hirn gemacht zu haben … diese Zeilen sind somit ganz Exklusiv für euch:

Das ist nicht ein Lied der Waffen-SS & war es nie ! …  Wie die verirrten  Links-Extremen Besucher dieser Seite – die Ich an dieser Stelle herzlichst verabschiede, weil ich sie hier nicht haben will – glauben mögen, sondern ein Lied aus den Befreiungskriegen, und zudem ein äußerst liberales und nach damaligen Begriffen „linkes“ Lied, was von den  Offiziellen damals nicht gerne gehört wurde, obwohl es oft und gerne gesungen wurde ! Auch Adressiert an die  heutigen Pseudo-„linken“ + Gutmenschen & auch verkappten Faschos, falls sie sich ebenfalls  versehentlich hierhin verirrt haben sollten.

Wenn hier vom heiligen deutschen Reich gesungen wird, so bezieht sich das auf das heilige römische Reich deutscher Nation, das Sacrum Romanum Imperium„, dass 962 von Otto I. begründet und 1805 von Napoleon I. aufgelöst wurde. Die Wiederkehr des Reiches wurde in diesem Lied beschworen; es ist ein patriotisches, deutschnationales, antibona-partistisches Lied von 1814.

1. Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu, Daß immer noch auf Erden für euch ein Fähnlein sei. Gefährten unsrer Jugend, ihr Bilder beßrer Zeit, Die uns zu Männertugend und Liebestod geweiht.

2. Wollt nimmer von uns weichen, uns immer nahe sein, Treu wie die deutschen Eichen, wie Mond und Sonnenschein! Einst wird es wieder helle in aller Brüder Sinn, Sie kehren zu der Quelle in Lieb und Reue hin.

3. Es haben wohl gerungen die Helden dieser Frist, Und nun der Sieg gelungen, übt Satan neue List. Doch wie sich auch gestalten, im Leben mag die Zeit, Du sollst uns nicht veralten, o Traum der Herrlichkeit.

4. Ihr Sterne seid uns Zeugen, die ruhig niederschaun, Wenn alle Brüder schweigen und falschen Götzen traun. Wir woll’n das Wort nicht brechen, nicht Buben werden gleich, Woll’n predigen und sprechen vom heil’gen deutschen Reich!

Von

Max von Schenkendorf, 1814

Ich will das ganze einmal folgendermaßen verdeutlichen:

Mein Blog & meine Inhalte die hier thematisiert werden, sind ein Schachbrett, welches ich mit viel Aufwand geschnitzt habe. Will man sich an mein Brett setzen und eine Partie mit mir spielen, setze ich voraus, dass man sich insofern in den Spielregeln auskennt, als das sich Inhaltlich mit den hier zusammengetragenen Themen ausgekannt wird. Man wird nachvollziehen können, dass ich wenig Lust verspüre, jedem, der sich an mein Schachbrett setzt, jedesmal aufs Neue die Regeln erklären zu müssen. Und man wird auch nachvollziehen können, dass ich wenig Verständnis und Toleranz zeige, wenn Leute plötzlich anfangen, ihre Figuren abweichend von den vorgegebenen Regeln zu ziehen.

Wer sein eigenes Spiel aufziehen will, kann sich gerne ein eigenes Spielbrett suchen. Ich setze mich grundsätzlich nicht an die Bretter anderer, wenn ich deren Spielregeln nicht teile, und so erwarte ich es auch von denjenigen, die meine Seite besuchen.

Jeder kann von mir aus Einstein anbeten, oder links, grün, queer oder sonstwas sein, solange er will. Jeder kann von mir aus an Götter und andere Gespenster glauben. Mir geht es lediglich darum, meine Weltsicht auszuarbeiten und für eine Handvoll Gleichgesinnter darzulegen. Manch einer wird den einen oder anderen Aspekt meiner Ansichten für sich übernehmen, aber andere Aspekte ablehnen. Das ist in Ordnung.

Nur interessiert es mich nicht, warum er eine meiner Ansichten für ungerechtfertigt hält. Ich will keine Diskussion über meine Grundansichten. Ich will nicht missionieren oder umstimmen. Es interessiert mich überhaupt nicht, wenn jemand mein Weltbild für falsch hält. Wer dennoch meint, er müsse seine Meinung dazu kundttun, schreibe diese doch bitte in einer x-beliebigen öffentlichen Toilette an die Wand, ich werde sie dann bei Gelegenheit zur Kenntnis nehmen.


Kommen wir nun zum Thema dieses Artikels.

… und beginnen mit einem Gedicht – einem Gedicht, welches die momentane Lage im Land veranschaulicht soll & an dessen Aktualität noch immer keine Zweifel bestehen:

„Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, an Deines Volkes Aufersteh’n. Laß diesen Glauben Dir nicht rauben, trotz allem, allem was gescheh’n. Und handeln sollst Du so, als hinge von Dir und Deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dingeund die Verantwortung wär’ Dein.“


 – Ein 1922 von Albert Matthäi formulierter, pathetischer Jahresspruch. In Anlehnung an die von Johann Gottlieb Fichte nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon 1808 gehaltenen „Reden an die Deutsche Nation.“

Jene Texte des großen deutschen Nationalreformer & Vordenker Johann Gottlieb Fichte waren es einst, welche insbesondere den deutschen in Zeiten schwerer Stunden halfen und sie sich so Bewusst und gewahr werden ließen, richtig und besonnen zu handeln.

Dieser Appell war es, der Emanuel Kants kategorischen Imperativ und die antike „Goldene Regel“ aller Sittengesetze zeitlos gültig miteinander verknüpfte. Als „Polizeilicher Imperativ“ wurde er 1988 Führungsgrundsatz der Hamburger Polizei. Er gilt auch für Deutschland und die teutschen insgesamt – und selbstverständlich noch immer. Zumindest, wenn man davon in Kenntnis ist.

Um dieses Zitat „oben“ etwas besser zu verstehen, möchte ich noch ergänzen, was Fichte außerdem für die teutschen mahnend zusammenfasste :

„Es hängt von euch ab, ob ihr das Ende sein wollt und die letzten eines nicht achtungswürdigen und bei der Nachwelt gewiss sogar über die Gebühr verachteten Geschlechts, bei dessen Geschichte die Nachkommen, falls es nämlich in der Barbarei, die da beginnen wird, zu einer Geschichte kommen kann, sich freuen werden, wenn es mit ihnen zu Ende ist, und das Schicksal preisen werden, dass es gerecht sei; oder ob ihr der Anfang sein wollt und der Entwicklungspunkt einer neuen, über alle eure Vorstellungen herrlichen Zeit, und diejenigen, von denen an die Nachkommenschaft die Jahre ihres Heils zähle. Bedenkt, dass ihr die letzten seid, in deren Gewalt diese große Veränderung steht.“


Wie von meinen Lesern vielleicht schon vermutet wurde, befassen wir uns in diesem Artikel mit dem Ehemaligen deutschen Kaiserreich (Preußen). Da ist es natürlich nahe liegend zu beginn des Artikels an ein zwei namhafte Person(en), einen Vordenker und Helden z.B. aus Zeiten des Napoleonischen Krieges zu erinnern, steht es doch im freudigen Gegensatz zu den meisten Mainstream-Medien, die dem ehemaligen Kaiserreich thematisch eher Wiederwillig oder gar in völliger Ablehnung begegnen.

Da die meisten Menschen mit ausreichend Unwissenheit zum Zerfall des kaiserlich-monarchischen Reiches ausgestattet sind, welches noch dazu sehr oft mit dem Nationalsozialismus (zu unrecht) in Verbindung gebracht wird, entwickelte sich ein schon als Allgemein-„Wissen“ zu bezeichnende Öffentliches Vorurteil zu diesem Thema. Im bereich der Gesetzte (§) usw. ist es zum Teil sogar Strafbar die alte Kaiserliche-Flagge Öffentlich zu zeigen. Flaggen die in ihrer Farbkombination ähnlich sind, können noch als Öffentliches „Ärgernis“ von Polizeikräften beschlagnahmt werden. Aber der reihe nach …

Die Kritik am letzten Kaiser:

Wilhelm II. & der National­sozialismus?

Zuerst ein Zitat von Wilhelm II:

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Natürlich: Ein Zitat von Wilhelm II. heißt noch lange nicht, dass dies als der Beweiß gelten kann, dass Wilhelm II. nicht mit dem Nationalsozialismus im Bunde war bzw. Mitverantwortlich gemacht werden könnte. Die Phalanx, in die sich unzählige „Gelehrte“ und Historiker seid dem ende des 2. WK mittlerweile eingereiht haben muss an dieser stelle jedoch auch erwähnt werden, welche fast ausnahmslos zum Ziel hatte, Wilhelm II. für den Nationalsozialismus mitverantwortlich machen wollen. Ohne Handfeste Beweise oder Quellen vorweisen zu können, gibt es in der Literatur, ob Wissenschaft oder Feuilleton, vor allen Dingen Andeutungen ähnlich wie diese:

„Der Mann, der sich für das Werkzeug der Vorsehung hielt, war hoffnungslos überfordert, eitel und anmaßend, ein ewiger Leutnant, und am Ende ein nationalistischer Kindskopf. Aber ein Hitler war er nicht.“

Ein Versuch von Unzähligen, der nur dazu dient(e), Wilhelm II. & Hitler sich möglichst nahe stehend verkaufen zu wollen, dass man auf die Idee kommen könnte, es handle sich um ein und dieselbe Person. Jedoch konnten die zwei Person als auch Weltanschauung kaum unterschiedlicher sein, wie wir noch erfahren werden. Das deutsche Kaiserreich wird und wurde gerne geschmäht – mal spöttisch, mal hasserfüllt  mal muss es für „Rechtsextreme Reichsdeutsche“ herhalten um als Nazi-Pseudo-Beispiel in den Medien Rumgereicht zu werden. So durfte es in der Gegenwart für alle möglichen Negativprojektionen herhalten.

Historisch gesehen liegen die Ursachen für die erbarmungslose Einseitigkeit der Wahrnehmung dieser Epoche in der Wirkung der alliierten Kriegspropaganda des Ersten Weltkrieges, der Popularität von Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ und der Kaiserbiographie Emil Ludwigs aus den 20er Jahren, die von John C.G. Röhl bis in die Gegenwart mehr als weitergesponnen wurde.

Der deutsch-britische Historiker publizierte in den letzten 40 Jahren zig Tausende von Seiten über Wilhelm II. und besaß mit seiner einseitigen Dämonisierung von Wilhelm II. bis zuletzt die Quasi-Deutungshoheit. Das man so keine Fairen Ergebnisse bekommen kann, verwundert somit nicht. So wurden und werden in der folge die historischen Fakten selten auf ausgewogene und sachliche Weise zusammengetragen.

Eine beispiel für eine ausgewogene und Faire thematische Auseinandersetzung ist mit dem Artikel-bild „Weiße Blätter“ verknüpft, zu dem ich nun etwas ins Detail gehen werde. Und dieses beispiel dürfte, so vermute ich, der Mehrheit bis jetzt so gut wie unbekannt gewesen sein, da man ja nahezu alles was nicht ins propagandistische Weltbild passte, möglichst nicht Publizierte.


Weiße Blätter war der Name einer deutschen monarchistischen Zeitschrift, die von Mai 1934 bis März 1943 erschien. Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg gab sie in Bad Neustadt an der Saale heraus. Er entwickelte und richtete die Zeitung so aus, dass er sie nötigenfalls als verantwortlicher Schriftleiter vertreten konnte und sie dennoch vor der durch die Gleichschaltung beabsichtigten Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens bewahrt blieb.

Weiße Blätter war die Nachfolgezeitschrift von „Die Monarchie – Zeitschrift für deutsche Tradition,“ die von 1932 bis 1934 ebenfalls von zu Guttenberg herausgegeben wurde. Diese Zeitschrift hatte der sächsische Innenminister verboten, weil sie im Januarheft von 1934 eine Würdigung Kaiser Wilhelms II. aus Anlass seines 75. Geburtstags beinhaltete.

Anliegen der Weißen Blätter war es vor allem, den Gedanken an die Monarchie am Leben zu erhalten, sie als einzig mögliche Staatsform für die Deutschen zu propagieren, aber auch eine Aussöhnung zwischen den beiden großen Konfessionen in Deutschland herbeizuführen. Guttenberg, der bayerischer Föderalist, aber keineswegs Separatist war, wandte sich gegen den Zentralismus zunächst der Weimarer Republik, später der Nationalsozialisten, und verwies auf das seiner Meinung nach geeignetere Konzept des Bismarckreichs.

Bei geschichtswissenschaftlichen Themen waren die Weißen Blätter geprägt von Leopold von Ranke, auf dessen Werk man zurückgriff und es hochhielt, wenn es galt, sich gegen die von NS-Historikern wie Walter Frank propagierte „kämpferische Geschichtsschreibung“ zu stellen.

Vertreter des Widerstandes wie Ulrich von Hassell und Klaus Bonhoeffer schrieben ebenfalls in den Weißen Blättern, deren Leserkreis zunächst aus den Abonnenten der „Monarchie“ und der gleichfalls 1934 verbotenen „Deutschen Treue“ bestand. 

Die Monatsschrift diente zum Herstellen von Verbindungen und zur Vernetzung der „Deutschen Opposition gegen Hitler“ (Hans Rothfels).

Mit dem fiktiven Titelblatt einer Ausgabe der Weißen Blätter möchte ich meine Solidarität mit der monarchistischen Opposition im 3. Reich kundtun, die in der Öffentlichkeit viel zu wenig Beachtung und Ehrerbietung erfahren hatte, & noch erfährt.

Den einstigen Dichter, den Publizisten sowie den Herausgebern der Weißen Blätter fühle ich mich emotional verbunden und betrachte mich als einen Teil ihrer patriotischen Bewegung & Tradition ! Vor allem der gestallt, da sich eben jene finsteren Zeiten zu wiederhohlen scheinen. 

Bedauerlicherweise ist das politische Klima im jetzigen Deutschland für die monarchistischen Opposition ähnlich bedrohlich wie dies zwischen 1933-1945 der Fall war. So ist es bei öffentlich bekannt werden der eigenen (politischen) Gesinnung wieder möglich verfolgt zu werden oder gar Berufsverbote ausgesprochen zu bekommen. Soziale Exklusion ist keine Seltenheit mehr.

Ich hoffe darauf, dass Deutschland eines Tages seine momentan vorherrschende ideologische Engstirnigkeit überwinden und ein nüchternes Verhältnis zu seiner Geschichte entwickeln wird.


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Das diese Position Konträr zum Nationalsozialismus steht, dürfte außer frage stehen. Also: Hitler ersetzte den Staat in leninistischer Manier durch die Partei. Der Staat hat keine selbständige Bedeutung mehr, sondern „er ist auch nur ein Mittel zur Volkserhaltung“ Ein zentraler Gedanke war der der Rasse und der sich daraus ergebenden Konsequenz eines naturalistischen ewigen Kampfes der höheren gegen die minderwertigen Rassen, in dem jedes Mittel erlaubt sei.

Demgegenüber kann man bei Wilhelm II. von einer Grundkonstellation ausgehen, die sich als „dynastische Weltanschauung“ umschreiben lässt. Als Nachfahre des Großen Kurfürsten und Friedrich des Großen war sich Wilhelm über seine Verantwortung der Vergangenheit gegenüber bewusst.

„Ich war und bin für einen fortschreitenden Konservativismus, der das Lebensfähige konserviert, das Überalterte abstreift und das brauchbare Neue annimmt.“

Wilhelm II. interpretierte den Nationalsozialismus anfangs allerdings zeitweise falsch, indem er Nebensächlichkeiten zur Hauptsache erklärte und an ihm zumindest begrüßen konnte, dass der NS die Weimarer Republik abschaffen wollte, was damals über viele Parteigrenzen hinaus Konsens war.

Dass es noch etwas anderes außer Parlamentarismus und Monarchie geben könnte, wollte sich Wilhelm nicht vorstellen. Nach 1933, als die Möglichkeit hätte Wirklichkeit werden können, war schnell klar, dass es keine Gemeinsamkeiten geben würde. Die programmatische Rede Hitlers am 30. Januar 1934 interpretierte Wilhelm als:

„Kriegserklärung an das Haus Hohenzollern und das deutsche Kaisertum.“

Hitler wollte die Monarchie nicht wieder einführen, verbot die monarchistischen Verbände und liquidierte am 30. Juni 1934 Teile der konservativen Elite. Die Zeugnisse von Hans Blüher und Reinhold Schneider zeigen deutlich, wie Wilhelm die Bewegung nach 1934 einschätzte und er sich keinen Illusionen mehr hingab, was seine Wiedereinsetzung als Kaiser betraf.

Hitler ließ es aus strategischer Rücksichtnahme nicht zum Konflikt kommen. Auf die anfängliche Hoffnungen des Kaisers ließ er ausweichende Antworten ausrichten, in Mein Kampf behandelte er ihn recht milde und wirft ihm lediglich vor, die Herrschaft des Geldes, die in Hitlers Augen allerdings den „rassischen Verfall“ besiegelte, befördert zu haben:

„Seine Majestät der Kaiser handelte unglücklich, als er besonders den Adel in den Bannkreis des neuen Finanzkapitals hineinzog.“

Nach Rosenberg ist der „alte Nationalismus tot“. Er zerbrach am 9. November 1918 (9/11) „als seine Träger und Vertreter vor einigen Haufen Deserteuren und Zuchthäuslern davonliefen.“ Hitler entschied sich in dieser Phase lieber für einen „Freund“ als einen Gegner mehr, zumal der Kaiser durchaus noch über eine Anhängerschaft verfügte – (z.B. durch die „Weißen Blätter“) Nach der Machtergreifung gibt / gab es für Hitler keinen Grund zur Rücksichtnahme mehr und er macht aus seiner Ablehnung einer Restauration keinen Hehl.

Angesichts der Unterschiede zwischen den Weltanschauungen des NS und Wilhelms II. und ihrer gegenseitigen Ablehnung muss die immer wieder suggerierte Nähe zwischen beiden verwundern – kurz: Es gab sie nicht !

Folgende Annahmen liegen dieser Behauptung zu Grunde:

1. Innerhalb der NSDAP gab es Kritik an Hitler, die sich nach dessen „Rechtsschwenk“ äußerte und Hitler vorwarf, die Revolution an die Reaktion zu verraten. 1931 erschien unter dem Pseudonym Weigend von Miltenberg (hinter dem sich der Nationalbolschewist Herbert Blank verbarg) das Buch Adolf Hitler – Wilhelm III., das dieser Haltung Ausdruck verlieh und bis 1932 vier Auflagen erlebte.

2. Der „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 wurde von den Nationalsozialisten als Stabübergabe des alten Reiches an das neue inszeniert, was von Wilhelm II. repräsentiert wurde. Dieser war allerdings nicht anwesend, sein Stuhl blieb leer.

3. Seit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs lautete eine Strategie des NS, eine Kontinuität zum Ersten Weltkrieg herzustellen und den Zweiten dadurch zu rechtfertigen:

Pausenlos wiederholten die Nationalsozialisten Motive und Visionen des wilhelminischen Imperialismus, die für eine Kontinuität des deutschen Geschichte von Wilhelm II. zu Hitler zu sprechen schienen.

4. Der Tod des Kaisers 1941 gab den Nationalsozialisten Gelegenheit, zwischen dem Abstieg des Kaisers seit 1918 und dem Aufstieg Hitlers einen Zusammenhang zu konstruieren. Hitler plante angeblich, die Beerdigung des Kaisers in Berlin vorzunehmen, um sich als Nachfolger zu inszenieren.

5. Das Ausland nahm diese Interpretation dankbar auf: Hitler und Wilhelm II. waren dabei austauschbar. Deutschland wurde an beiden Weltkriegen die Alleinschuld gegeben, in den Deutschen so etwas wie eine angeborene Kriegslüsternheit und Freude an der Tyrannei über Europa ausgemacht. So ließ sich die Linie von Wilhelm II. zu Hitler leicht ziehen, und deshalb wurde 1947 Preußen beseitigt.

6. Hitler gilt bis heute, obwohl eingehende Untersuchungen, wie die von Zitelmann, das Gegenteil unwidersprochen belegt haben, als rechts. So besteht für die heutige Geschichtswissenschaft die Möglichkeit, beide, denn Wilhelm II. war nach heutigen Maßstäben zweifellos rechts, in eine politische Ecke zu stellen.

7. Nach marxistischer Auslegung sind Faschismus und NS (zwischen denen nicht differenziert wird) eine Reaktion der herrschenden Schichten, wenn ihre Herrschaft in Frage gestellt wird:

Faschismus ist die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“

Fazit:

Die Konstruktion einer enger Beziehung oder gar weltanschaulichen Übereinstimmung zwischen Wilhelm II. und dem Nationalsozialismus bzw. Adolf Hitlers liegt demnach mangelndes Differenzierungsvermögen zugrunde, das dem Historischen Materialismus verhaftet ist, der Selbstinterpretation Hitlers folgt und das Selbstverständnis Wilhelms II. ignoriert.


Inwieweit eine Tatsächliche & wohlwollende Verbindung zwischen Hitler & Wilhelm II. bestand, die man als eine gemeinsame Verantwortung gegenüber des Nationalsozialismus betrachten / Auslegen könnte, dürfte sich nun jeder selbst beantworten können. Das ist die eine Seite. Eine andere Seite ist die Fortlaufende Diskreditierung des Zerstörten letzten Kaiserreiches, dass wie selbstverständlich mit dem Nationalsozialismus in einen Topf  geworfen und ohne jedwede faktische Grundlage zum Rechtsextremen Spektrum zugeordnet wird.

Unweigerlich drängt sich dabei der Verdacht auf, dass die Meinungsapostel der heutigen Bundesrepublik den Vergleich scheuen, weil dieser zutage fördern würde, dass das Kaiserreich eben doch in vielen Punkten der freiere, marktwirtschaftlichere und kulturell höherstehende Staat gewesen ist. Verglichen mit dem Heutigen – und dem Nationalsozialismus ohnehin! Dabei wollen wir nicht vergessen, dass die Zeitgenossen der Weimarer Republik, die an allen Übeln litt, die man sich ausdenken kann, wussten um das untergegangene Kaiserreich noch aus eigenem Erleben. Für viele von ihnen war das Deutschland der Jahre 1871 bis 1914 die sprichwörtlich „gute alte Zeit“. Noch 1951 antworteten 43 Prozent der Bundesbürger, im Kaiserreich sei es den Deutschen am besten gegangen.

Michael Klonovsky  schrieb zudem mit spitzer Feder in seinem Blog Acta diurna am 19. Juni 2014:

„Es müsste doch eigentlich zu denken geben, dass das autoritäre, ständestaatliche, militaristische, reaktionäre, frontal unterrichtende, vom Untertanengeist bis in die Bandscheibenschäden des letzten Dorfbeamten durchdrungene zweite deutsche Kaiserreich sowohl wissenschaftlich als auch kulturell unendlich bedeutender war als die freie, aufgeklärte, weltoffene, tolerante, zivil-gesellschaftliche, diversifizierte und kolossal bunte Bundesrepublik.“

Wie wir weiter „oben“ schon gelesen haben, hat sich ein gewisser John C.G. Röhl mehr als ausführlich mit dem ehemaligen Kaiserreich beschäftigt, dabei Jahrzehntelang nahezu durchweg nur Negatives zusammengetragen um das Kaiserreich selbst, als auch die letzten Jahre im Hitler-Deutschland in den Schwärzesten Farben zu zeichnen. Aber selbst so eine Person hat anscheinend mal einen Moment der Ehrlichkeit, so geschehen als er im Zuge eines Interviews mit der „Süddeutschen Zeitung“ im Jahre 2011 zugegeben hat:

„Dieses Kaiserreich war damals der erfolgreichste Staat der Welt: wirtschaftlich, wissenschaftlich, kulturell, auch in sozialreformerischer Sicht.“

Dieses Kaiserreich war das Zeitalter des Wilhelminismus.

Wenn per Definition von einem der schärfsten Kritiker des Wilhelminismus letzten Endes solche Einsichten & Aussagen kommen; Das „Kaiserreich war damals der erfolgreichste Staat der Welt“ dann wissen wir, wie Nationalsozialistisch dieser ehemalige Staat, diese Monarchie in Wirklichkeit war.  

Merkt es euch, ihr linken, rechten, grünen – oder sonstwie gepolten an deutscher Geschichte interessierten:

Das ehemalige Kaiserreich & Wilhelm II. kann aus faktischen Gründen nicht mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden – Punkt !


© Alpha Rocking

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2 Kommentare zu „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu

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  1. Ich wünsch mir, das Oma und Opa es sehen könnten. Sie wussten um Willhelm kleine Macke und liebten ihn auch dafür.
    Hirngewaschen hab ich sie dafür belächelt um selbst dahin zu finden Sehnsucht nach diesem Führer des Volkes zu empfinden, der immer ohne Bewacher überall hin konnte und sicher in der Achtung und Liebe seines Volkes war. Reisekaiser nannten sie ihn mal spöttisch, mal liebevoll. Immer auf REisen zu seinem Volk wie sein Vater ,d er sich als dessen Diener sah und gemeint hat das es schwer für ihn war unter Bismarck. Wo also ist sein Urenkel seine Pflicht anzunehmen?

    Gefällt 1 Person

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