Von Gedichten und der Lyrik bis hin zu Gedanken zum gegenwärtigem und vergangenen; hier findet so einiges seinen Platz, dass es einfach wert ist aufgeschrieben zu werden und vor dem Vergessen bewahrt zu werden.

„Um vom System ernst genommen zu werden, muß man direkt und beleidigend werden.  Wenn man das nicht tut, dann sagen die Leute „Ach, der spinnt ja“ – und man wird in der Regel vollkommen ignoriert.  Doch wenn man den Nerv trifft und heftige Reaktionen eintreffen, dann weiß man, daß man auf dem richtigen Weg zum Gehirn ist.  Der Punkt ist: Menschen bekommen selten neue Gedanken und Ideen ohne einen geistigen Schub von außen.  Man muß daher mit Bravour und der Gewalt des Geistes in das Bewußtsein der Menschen eindringen.“


NORDWIND

Gequält unser Geist und gequält unsre Herzen,
verursacht durch geistig und seelische Schmerzen.
Die Lüge verteidigt, dass Übel beschützt,
gewählte Regierung die doch uns nicht nützt.

Unsre Toten verspottet, die Ahnen verteufelt,
der Glaube geschaffen durch ständig Geheuchel.
Mit gesenktem Haupte und langer Geduld,
ertragen die Rede der ewigen Schuld.

Deutsch sein ist Schande und weiß sein ist schlecht,
doch schwarz und gemischt sein, ist edel und recht.
Alle sind gleich, es gibt keine Rassen,
der Deutsche muss weg, weil wir in hassen.

Regierung und Nachrichten verkünden dies Wort,
es sind nur die Weißen, die müssen fort.
Aus Süd und Südosten her laden sie ein,
die Menschen zu kommen, unsre Heiler zu sein.

Das Heil ward versprochen, doch Schrecken gebracht,
am Tag ist’s gefährlich und tödlich bei Nacht.
Die Beschützer des Volkes und Hüter des Rechts,
gezwungen zum nichts tun, auch im Gefecht.

Die Frauen geschändet und oft auch ein Mord,
doch meist trifft’s nur Deutsche und die müssen fort.
Geraubt unsre Ehre, geraubt unser Stolz,
die Zukunft sie brennt schon, wie ein Stück Holz.

Ein starkes Volk, einst von Krieger und Weisen,
doch heute verweichlicht, gehören wir zu den Leisen.
Sag nicht was du denkst, sag nicht was du bist,
sonst bist du ein Hasser und übler Rassist.

Wie lange erträgst du demütig die Schmach,
du solltest dich fragen, was kommt denn danach?
Wie schlimm soll es werden, bevor du erwachst,
bis alle vertilgt sind und keiner mehr lacht?

Dies sprech ich als Deutscher, mein Volk ruf ich an,
dir gilt meine Liebe und auch unsrem Land.
Das Land unsrer Väter verteidigt mit Blut,
das müssen wir schützen, mit eisernem Mut.

Der nordische Geist, er ist noch nicht verloren,
steht nur und wartet, vor verschlossenen Toren.
Gewährn wir ihm Einlass, erwecken ihn neu,
gemäß unsrer Art, beständig und treu.

Es lodern die Feuer, im Herzen entfacht,
ertönen die Rufe, Deutschland erwacht.
Und mit ihm der Norden zum Kampfe bereit,
wir geben nicht Ruhe bis Europa befreit.

Gerechtigkeit wird wieder walten im Staat,
gerichtet die Henker für Betrug und Verrat.
Zins wird gebrochen und Geld wieder frei.
Das bringt uns das Glück und den Wohlstand herbei.

Rein unsre Herzen, rein unser Volk,
schafft Frieden und Freiheit, viel mehr wert als Gold.
Einsam ist wenig, gemeinsam ist viel,
die treue Gemeinschaft, das ist unser Ziel.

}} Ein Gedicht vom „Alten Fritz“ {{
Entdeckt im „Poesiealbum“ auf „Die Heimkehr.“


Ludwig Uhland

Die Schlacht der Völker ward geschlagen,
Der Fremde wich von deutscher Flur,
Doch die befreiten Lande tragen
Noch manches vor’gen Dranges Spur;
Und wie man aus versunknen Städten
Erhabne Götterbilder gräbt,
So ist manch heilig Recht zu retten,
Das unter wüsten Trümmern lebt.

Zu retten gilt’s und aufzubauen,
Doch das Gedeihen bleibet fern,
Wo Liebe fehlet und Vertrauen
Und Eintracht zwischen Volk und Herrn.
Der Deutsche ehrt‘ in allen Zeiten
Der Fürsten heiligen Beruf,
Doch liebt er frei einherzuschreiten
Und aufrecht, wie ihn Gott erschuf.

So wirkt auch ihr im festen Bunde,
Ihr guten Hüter unsres Rechts!
Ihr bauet auf dem alten Grunde
Das Wohl des künftigen Geschlechts.
Uneingedenk gemeinen Lohnes,
Seid ihr beharrlich, emsig, treu;
Des Volkes Würde wie des Thrones
Beachtet ihr mit heil’ger Scheu.

Drum, da wir heut das Fest begehen,
Dem tausend Freudenfeuer sprühn
Und, wo sie nicht von Bergen wehen,
Doch tief in allen Herzen glühn:
Was kann so edlen Schmuck gewähren
Dem Mahle, das uns hier vereint,
Als einen Mann bei uns zu ehren,
Der’s so getreulich mit uns meint!

Den Mann, der, unsrer Stadt entsprossen,
Stets ihres Wohles treu gedacht,
Dem wir uns innig angeschlossen,
Der unser Teuerstes bewacht;
Der unerschüttert ausgehalten
Im Sturm der schreckensvollen Zeit
Und der auch jetzt mit kräft’gem Walten
Dem neuen Werk sein Leben weiht!

Nie kommt das Wort, ihr treuen Väter!
Dem heißen Herzensdanke gleich,
Nie spricht es aus, ihr Volksvertreter!
Wie wir so eines sind mit euch.
Als jüngst in hehren Tempelhallen
Die Menge sich mit euch erbaut,
Da sprach das Schweigen über allen
Mehr als der hellste Jubellaut.

So laß dir’s, Edler, denn gefallen
Bei unsrem fröhlichen Gelag,
Und will dich düstrer Ernst umwallen,
So denk an künft’gen Festestag:
Wann jener Schlacht Gewittersegen
Sichtbar auch unser Heil erneut,
Wann sich die Saaten schwellend regen,
Die ihr im Sämond ausgestreut!“

}}} Aus Vaterländische Gedichte v. Ludwig Uhland {{{
[1. Am 18. Oktober 1815]

🌱 Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Diktatur der Gärtner 🌱

Gedanken Über Krieg & Frieden

„Wo der Wahnsinn regiert, ist der Krieg nicht weit entfernt.“

} Horst Bulla {

Terror nährt sich durch Angst und Beachtung, welche durch Medien und soziale Netzwerke verbreitet wird. An dem Tag, an dem die Medien nicht mehr stündlich über Anschläge berichten, an dem Tag, an dem wir dem Terror weniger Beachtung schenken, ab dem Tag hat der Terror den Krieg verloren.“

} Ingrid Klaus-Uschold {

Kriege anfangen geht schnell und es entscheiden nur wenige. Frieden schaffen dauert lange, weil sich dann viele dafür entscheiden müssten.“

} Christian Lenz {

„Als wäre Krieg ein geeignetes mittel an dessen Ende dauerhafter Frieden erwachsen könnte. Wenn dem so wäre, hätten alle vergangenen kriege ein Akt der Menschlichkeit sein müssen.“

} Alpha Rocking {

Alle Kriege enden mit Verhandlungen. Warum also nicht gleich verhandeln?“

} Jawaharal Nehru {

Damit es Frieden in der Welt gibt, müssen die Völker in Frieden leben.

Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt, dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben.

Damit es Frieden in den Städten gibt, müssen sich die Nachbarn verstehen.

Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt, muß im eigenen Haus Frieden herrschen.

Damit im Haus Frieden herrscht, muß man ihn im eigenen Herzen finden.

} Laoste {

Schließlich ist der moderne Krieg so gut wie kein Kampf mehr. Er ist eher das Gegenteil: eine Vereinbarung. Ein Übereinkommen zwischen den Regierungen zweier Staaten, dass sie alle ihre gesunden Männer zu dem Zwecke bereitstellen wollen, dass sie sich solange wechselseitig maschinell zerhacken oder chemisch vergiften – von Handarbeit ist man fast abgekommen -, bis von dem einem Partner nichts, von dem anderen noch ein Rest übrig bleibt. Der Letztere hat dann gewonnen. Dass eine derartige Vereinbarung nur zwischen Geisteskranken möglich ist, liegt auf der Hand. 

} Emil Flusser (1888-1942), Krieg als Krankheit, 1933 {

Es gibt kaum einen Philosophen, der sich nicht mit der Frage Krieg und Frieden einmal befasst hätte. Ob sie nun zur Bejahung oder zur Ablehnung des Krieges gelangten, Philosophen kommt es nicht zu, über pathologische Erscheinungen zu meditieren. Immerhin wäre es aber Pflicht der zeitgenössischen Philosophie, den Widerspruch aufzuklären, der darin liegt, dass die Staaten der Erde zwar mit der Unterschrift unter den Kelloggpakt den Krieg geächtet haben, dabei aber ihre Bürger mit Gewalt zum Waffendienste zwingen. Mit Recht stellt Albert Einstein die Forderung auf, dass alle Staaten, die den Kelloggpakt gezeichnet haben, auch die allgemeine Wehrpflicht abschaffen und sich verpflichten, weder direkt noch indirekt oder moralisch ihre Bürger zum Waffendienste zu zwingen. Ächtung des Krieges mit gleichzeitigem Zwang zum Kriegsdienste widerspricht nun allerdings der Vernunft und die Unvernunft, das Irrationale ist es, worauf die militärische Philosophie die Bejahung des Krieges allein stützen kann. „Nie weder Erdbeben“ rufen die Militaristen jenen zu, deren Losung „Nie wieder Krieg“ ist. 

} Emil Flusser (1888-1942) {


Wenn alle untreu werden

Wenn alle untreu werden,
So bleib ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muß ich bitter weinen,
Daß du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
O! lasse nicht von mir;
Laß innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz.

– Novalis –

Novalis – bürgerlicher Name: Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg (2. Mai 1772 auf dem Stammsitz der obersächsisch-freiherrlichen Linie derer zu Hardenberg in Oberwiederstedt (heute Wiederstedt) nahe Hettstedt; † 25. März 1801 in Weißenfels.)


Was wär ich ohne dich gewesen

Was wär ich ohne dich gewesen?
Was würd ich ohne dich nicht sein?
Zu Furcht und Ängsten auserlesen
Ständ ich in weiter Welt allein.
Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte,
Die Zukunft wär ein dunkler Schlund;
Und wenn mein Herz sich tief betrübte,
Wem tät ich meine Sorge kund?

Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen,
Erschien mir nächtlich jeder Tag;
Ich folgte nur mit heißen Tränen
Dem wilden Lauf des Lebens nach.
Ich fände Unruh im Getümmel,
Und hoffnungslosen Gram zu Haus.
Wer hielte ohne Freund im Himmel
Wer hielte da auf Erden aus?

Hat Christus sich mir kund gegeben,
Und bin ich seiner erst gewiß,
Wie schnell verzehrt ein lichtes Leben
Die bodenlose Finsternis.
Mit ihm bin ich erst Mensch geworden;
Das Schicksal wird verklärt durch ihn,
Und Indien muß selbst im Norden
Um den Geliebten fröhlich blühn.

Das Leben wird zur Liebesstunde,
Die ganze Welt sprücht Lieb und Lust.
Ein heilend Kraut wächst jeder Wunde,
Und frei und voll klopft jede Brust.
Für alle seine tausend Gaben
Bleib ich sein demutvolles Kind,
Gewiß ihn unter uns zu haben,
Wenn zwei auch nur versammelt sind.

O! geht hinaus auf allen Wegen,
Und holt die Irrenden herein,
Streckt jedem eure Hand entgegen,
Und ladet froh sie zu uns ein.
Der Himmel ist bei uns auf Erden,
Im Glauben schauen wir ihn an;
Die Eines Glaubens mit uns werden,
Auch denen ist er aufgetan.

Ein alter, schwerer Wahn von Sünde
War fest an unser Herz gebannt;
Wir irrten in der Nacht wie Blinde,
Von Reu und Lust zugleich entbrannt.
Ein jedes Werk schien uns Verbrechen,
Der Mensch ein Götterfeind zu sein,
Und schien der Himmel uns zu sprechen,
So sprach er nur von Tod und Pein.

Das Herz, des Lebens reiche Quelle,
Ein böses Wesen wohnte drin;
Und wards in unserm Geiste helle,
So war nur Unruh der Gewinn.
Ein eisern Band hielt an der Erde
Die bebenden Gefangnen fest;
Furcht vor des Todes Richterschwerte
Verschlang der Hoffnung Überrest.

Da kam ein Heiland, ein Befreier,
Ein Menschensohn, voll Lieb und Macht,
Und hat ein allbelebend Feuer
In unserm Innern angefacht.
Nun sahn wir erst den Himmel offen,
Als unser altes Vaterland,
Wir konnten glauben nun und hoffen,
Und fühlten uns mit Gott verwandt.

Seitdem verschwand bei uns die Sünde
Und fröhlich wurde jeder Schritt;
Man gab zum schönsten Angebinde
Den Kindern diesen Glauben mit;
Durch ihn geheiligt zog das Leben
Vorüber, wie ein selger Traum,
Und, ewger Lieb und Lust ergeben,
Bemerkte man den Abschied kaum.

Noch steht in wunderbarem Glanze
Der heilige Geliebte hier,
Gerührt von seinem Dornenkranze
Und seiner Treue weinen wir.
Ein jeder Mensch ist uns willkommen,
Der seine Hand mit uns ergreift,
Und in sein Herz mit aufgenommen,
Zur Frucht des Paradieses reift.

– Novalis –

Zum Namen Novalis. In einem kleinen Lebensabriss verzeichnete Novalis’ Mutter Auguste Bernhardine Freifrau von Hardenberg, geb. von Bölzig (1749-1818) die Geburt ihres zweiten Kindes: „Den 2ten May 1772 zu Wiederstedt machte uns Eltern Gott die Freude und schenkte uns einen Sohn, welcher in der heil. Taufe den Namen bekam: Georg Friedrich Philipp v. H.“ Ein jüngerer Bruder erhielt später den Rufnamen Georg, so dass er sich meist selbst Philipp Friedrich, Friedrich oder auch Fritz nannte. Die gelegentlich angegebene Namensvariante mit „Leopold“ geht auf einen Brief Novalis’ an Karl Leonhard Reinhold vom 5. Oktober 1791 zurück. Sie war möglicherweise der Verehrung für den Dichter Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819) geschuldet und taucht in den Briefen nur bei dieser Gelegenheit auf. Wiederum andere „Phantasienamen“ aus dieser Zeit sind Kurt und Albert.

Obwohl er auch während seines Studiums an der Bergakademie Freiberg und seiner Mitwirkung an der Geognostischen Landesuntersuchung Sachsens als Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg aktenkundig geworden ist, tragen insbesondere wichtige Dokumente aus seiner Berufstätigkeit (beispielsweise die Einstellungsurkunde als Assessor an den Kurfürstlichen Salinen zu Dürrenberg vom 3. Februar 1800) durchweg den Geburtsnamen.

Für die Veröffentlichung der Fragmentsammlung „Blüthenstaub“ im Athenäum wählte er das Pseudonym Novalis, „welcher Name ein alter Geschlechtsname von mir ist“. (an A. W. Schlegel, Freiberg, 24.2.1798). Seine Vorfahren hatten sich erst nach einem Gut Großenrode oder ‘magna Novalis’ bei Nörten „Von Rode“ oder „de Novali“ genannt. Später gab sich die Familie dann den Namen „von Hardenberg“ nach der Burg nahe Nörten.


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