War Desinformation der Grund für Russlands Einmarsch?

Gibt es innerhalb der russischen Dienste Protagonisten, die den russischen Präsidenten desinformierten, was infolge zu einem Einmarsch Russlands in die Ukraine führte?

Leitet Putin den FSB oder leitet der FSB Putin?

Oder leitet er sich selbst?

Oder ein bisschen von allem?

Die Journalisten Andrey Soldatov und Irina Borogan berichten auf ihrer Webseite, dass Putin in irre geführt wurden sei. Und um uns nicht in die Irre zu führen, müssen wir berücksichtigen, dass von Andrey Soldatov und Irina Borogan keinerlei nachprüfbare Beweise in ihrem Artikel beigelegt wurden.

Was einerseits auch schwierig sein kann – wenn man über Geheimdienste schreibt, die es womöglich schafften, einen militärischen Einmarsch zu verursachen.

Ich zitiere bzw. Übersetze im Folgenden aus dem Artikel & werde im Anschluss noch ein paar fragen stellen, die meiner Meinung nach gestellt werden sollten.

***

„Das Recht, Operationen im Ausland durchzuführen, erwarb der FSB Ende der 1990er Jahre, als Wladimir Putin Direktor dieses Sonderdienstes war. Gleichzeitig wurde innerhalb des FSB eine neue Abteilung gebildet, die beauftragt wurde, Geheimdienstoperationen auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR durchzuführen. (Wir verfolgen die Aktivitäten dieser FSB-Einheit schon lange und schreiben darüber.)


Als die „Farbenrevolutionen“ dazu führten, dass viele kremlfreundliche Führer im postsowjetischen Raum die Macht verloren, erhielt die Administration die Aufgabe, alles zu tun, um diese Länder im Einflussbereich Russlands zu halten.

Im Jahr 2004 wurde die Abteilung aufgewertet, nachdem sie in eine vollwertige Abteilung umgewandelt worden war – die Abteilung für Betriebsinformationen. Bald hatte er einen neuen Leiter – Sergej Beseda, der zuvor in der FSB-Abteilung gedient hatte, die die Präsidialverwaltung Russlands beaufsichtigte, wo er über hervorragende Verbindungen verfügte.

Bald wurden DPI-Beamte in Weißrussland, Moldawien und Abchasien wahrgenommen. Es stellte sich heraus, dass ihre Hauptaufgabe dort nicht die klassische Spionage war, sondern die Unterstützung kremlfreundlicher Kandidaten bei Kommunalwahlen. Es war jedoch die Ukraine im gesamten postsowjetischen Raum, die einen besonderen Platz in den Prioritäten der DPI einnahm.


Im Juni 2010 erhielten wir Informationen, dass eine Website mit dem vielsagenden Namen lubyanskayapravda.com (Lubyanskaya Pravda) erschienen war, auf der geheime FSB-Dokumente veröffentlicht wurden.

Unter den verschiedenen Geheimdienstberichten gab es veröffentlichte DPI-Berichte, die direkt an Putin adressiert waren. Einer von ihnen sprach über ein Dokument, das gefälscht wurde, um die Beziehungen zwischen der Ukraine und Turkmenistan zu untergraben.

Es ging um einen gefälschten Bericht der ukrainischen Sonderdienste über die Finanzierung der turkmenischen Opposition. Es war eine klassische FSB-Aktion: Die DPI hat den ukrainischen Medien einen gefälschten Bericht zugespielt, und dann geschah etwas Unerwartetes: Der russische Geheimdienst (SVR) akzeptierte diesen Bericht als echt und meldete ihn dem Kreml.

Beseda war sichtlich stolz auf sich, als er in seinem an die erste Person gerichteten Bericht beschrieb, was passiert war.

Im April 2014 sandte das ukrainische Außenministerium eine Anfrage an die russischen Kollegen zur Vernehmung von Beseda. In Kiew behaupteten sie, er sei am 20. und 21. Februar während der Revolution auf dem Maidan in der Ukraine gewesen. Die ukrainischen Behörden hielten dies im Rahmen der Untersuchung von Verbrechen, die während Massenaktionen in Kiew vom 18. bis 22. Februar 2014 begangen wurden, für wichtig.

Der FSB musste bestätigen, dass Sergei Beseda tatsächlich vom 20. bis 21. Februar in Kiew war. Aber sie behaupteten, er sei nur gekommen, um das Schutzniveau der russischen Botschaft zu überprüfen – das ist eine Version, an die niemand glaubte. Seit 2014 steht Beseda auf den Sanktionslisten der USA und der EU.

Diese Geschichte wirkte sich jedoch in keiner Weise auf die Positionen des 5. Dienstes aus: DPI-Mitarbeiter sammelten weiterhin Geheimdienstinformationen in der Ukraine, rekrutierten Quellen und führten subversive Aktivitäten durch.

***

Es war der 5. Dienst, der Wladimir Putin am Vorabend der Invasion mit Informationen über die politischen Ereignisse in der Ukraine versorgte. Und es scheint, dass Putin nach zwei Wochen Krieg endlich erkannte, dass er einfach in die Irre geführt wurde: Der 5. Dienst, aus Angst, den Führer zu verärgern, versorgte ihn einfach mit dem, was er selbst hören wollte.

***

Nun berichten unsere Quellen, dass General Beseda und sein Stellvertreter unter Hausarrest gestellt wurden. Zu den Gründen gehören der Missbrauch von Mitteln, die für Operationen bereitgestellt wurden, sowie schlechte Geheimdienstinformationen.

Und tatsächlich:

Die Intelligenz von Putins Berufsgeheimdienstler war,

wie sich herausstellte,

sehr stark aus dem Ruder gelaufen.


Um auf die eingangs erwähnten Fragen zurückzukommen, so könnten m.E. 2 Dinge passiert sein;

Erstens: Menschliches versagen bei den Diensten = Falschinformationen.
Zweitens: Dieser „5. Dienst“ wurde infiltriert = Falschinformationen.

Natürlich wären weitere, (mir bisher unbekannte) Aspekte möglich – die Ergebnisse jedoch, waren dieselben: Russland marschierte in die Ukraine ein.

Unabhängig davon ging in der Ukraine die letzten acht Jahre ja auch einiges schief – ok; dort ging massiv etwas schief. Die Menschen im Donbass wollten mit dem sich im Jahre 2014 an die Macht gepuschten, faschistischen Regime nichts zu tun haben, und machten sich quasi autonom vom Rest der Ukraine. Die EU, Deutschland, inklusive der restlichen Staaten der Welt verschwanden im Desinteresse – das ich als absichtliches Desinteresse sehe – und brillierten mit Wegsehen.

Auch könnte – das wird so manch Kritiker schon im Hinterkopf haben – es ein weiteres Manöver sein, dass von Putin selbst genutzt wird, um ebendiese Desinformation zum Alibi der später gefällten Entscheidung zu machen.

Wenn jedoch ein Mensch, vielleicht auch ganze Abteilung irgendwo aus den Katakomben der Dienste diese ganze Sache auslösten, weil man die Kontrolle über die Tragweite des eigenen Handelns verlor, dann fehlen mir hier einfach nur noch die Worte. Wenn es eine absichtliche Desinformation war, um die Entscheidung bei Putin zu forcieren, dann stellt sich natürlich erst recht die schon genannte Frage: wurde der russische FSB infiltriert?

Ich kann es nicht beantworten. Es gibt, wie schon erwähnt, auch keine offiziellen Verweise.

Und wie sollen die eigentlich aussehen, nach so einer Gemengelage?

Die Gewinner dieser ganzen Geschichte sind auf jeden Fall:

Niemand. Also = 0 x 0.

Es gibt keinen mir bekannten Profiteur. Vielleicht die, die den ganzen Plot mit Waffen und Rüstung vollpumpten. Als Nutznießer, welche eben ihr Geschäft machen, wenn sich Menschen der Fähigkeit ihres vorausschauenden Denkens entledigt haben.

Nur gut, dass ähnliche Beispiele schon dazu führten, die Atombomben-Arsenale abzufeuern, es aber jenem Menschen, der Befehle nicht ausführte, sein inneres Gefühl also Mächtiger war als die Befehlskette, zu verdanken ist, dass wir uns heute mit diesen Ergebnissen rumschlagen dürfen.


Quellenangaben:

Meduza – Andrey Soldatov und Irina Borogan

***

© Alpha Rocking

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