Das Homeoffice – eine revolutionäre Chance?

Sie wundern sich über diese Überschrift? Gut! Sie wissen nur noch nicht, wie sehr Sie es tun! Diese Frage ist wirklich mehr als berechtigt, & warum das so ist, weshalb das Homeoffice eine revolutionäre Chance sein könnte, die aufs Podium gehört, sehen wir uns heute in diesem Beitrag an.

Sagt ihnen der Name Greg Rosalky etwas? Dieser Mann hatte vor einigen Jahren im Pacific Standard veröffentlicht, & eine sehr interessante Frage in den Raum gestellt; warum pendeln wir noch? Was ist an dieser Frage so interessant, dass ich es hier nun aufgreife? Darauf könnte ich jetzt einige Antworten geben – die meiner Meinung nach (momentan) beste ist jedoch, dass diese Frage während der Corona-Maßnahmen und allem, was damit einherging, zeigte, dass das Homeoffice viel mehr sein kann als eine ungewöhnliche „Notlösung“ als Reaktion auf eine Pandemie. Sie bemerkten bestimmt, wie ich um den heißen Brei schleiche? Also: Was möchte ich hier eigentlich mitteilen? Schauen wir kurz in die Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts.. Denn dort finden sich die ersten Ideen zu dem, was sich während der Pandemie als eine Option hervortat, aber nicht wirklich „gesehen“ & verstanden worden ist;

Im Laufe der letzten Jahre haben viele Unternehmen ihre liberale Politik der Arbeit von zu Hause aus beendet. Große (wie auch kleine) Firmen wie IBM, Honeywell und Aetna reihen sich in eine lange Liste von Unternehmen ein, die es für profitabler halten, ihre Mitarbeiter zu zwingen, in die Stadt zu pendeln und in einem zentralen Büro zu arbeiten, als ihnen die Flexibilität zu geben, dort zu arbeiten, wo sie wollen. So sollte es nicht sein – zumindest nicht nach Ansicht von Norman Macrae.

Im Jahr 1975, als Personalcomputer kaum mehr als verherrlichte Taschenrechner für Geeks waren und das Internet ein obskures Projekt war, das von der US-Regierung entwickelt wurde, machte Macrae, ein einflussreicher Journalist für The Economist, der sich einen Ruf für hellseherische Prophezeiungen erwarb – einschließlich des Untergangs der Sowjetunion – eine radikale Vorhersage darüber, wie die Informationstechnologie unser Leben bald verändern würde.

Macrae sagte den genauen Weg und den Zeitpunkt voraus, zu dem Computer die Geschäftswelt erobern und dann in jedem amerikanischen Haushalt Einzug halten würden. Aber er blieb nicht dabei stehen.

Die Verbreitung dieser Maschine, so argumentierte er, würde die Art und Weise, wie die meisten von uns arbeiten, grundlegend verändern. Wenn Arbeitnehmer erst einmal über Sofortnachrichten und Videochats mit ihren Kollegen kommunizieren könnten, so seine Überlegung, gäbe es kaum noch einen Grund, weite Strecken zurückzulegen, um Seite an Seite in zentral gelegenen Büroräumen zu arbeiten.

Als die Unternehmen erkannten, wie viel billiger Fernarbeitskräfte sein würden, würde der Computer dem Büro den Garaus machen – und damit würde sich unsere gesamte Lebensweise ändern. Utopie?


Schon früher wurde darauf hingewiesen, dass es eine Kombination aus Trägheit und mangelndem Verständnis für die Nutzung unserer neuen Werkzeuge ist, dass es mit der zweiten industriellen Revolution vergleichbar ist, die um 1870 mit der Eisenbahn und dem Telegrafen begann und 40 Jahre lang Veränderungen mit sich brachte, die sich um das Büro, die Schreibmaschine, den vertikalen Aktenschrank und die elektrische Glühbirne gruppierten.

Zum ersten Mal wurde die Arbeit vom Zuhause getrennt, da eine große Anzahl von Männern und nun auch Frauen in Gebäuden arbeiteten, die speziell für das Konzept der zentralen Speicherung und Abfrage von Informationen in Akten und auf Karten konzipiert waren.

Einige fragten sich, ob die Pandemie der Beginn eines Zoom-Booms sein wird, eines Wandels in der Art, wie wir arbeiten (arbeiten denken..). Videokonferenzen gibt es zwar schon seit den sechziger Jahren, aber der Wandel vollzieht sich viel langsamer.

„Wenn wir auf die Geschichte zurückblicken, sehen wir, dass es oft lange dauert, bis allgemeine Technologien die Produktivität in messbarem Maße steigern. Der Grund dafür ist, dass man neue Technologien nicht einfach gegen bestehende austauschen kann, sondern dass man seine Produktionssysteme oft komplett auf die neue Technologie umstellen muss, und das ist ein schwieriger und teurer Prozess.“ (Noah Smith)

Vor der Elektrizität waren die Fabriken auf eine große, zentrale Kraftquelle ausgerichtet, zunächst das Wasserrad, dann die Dampfmaschine, und die Kraft wurde über Wellen und Lederriemen verteilt. Der bloße Austausch der Dampfmaschine gegen eine elektrische Maschine hat die Produktivität nicht sehr stark erhöht. Die Erfindung des kleinen Elektromotors durch den 21-jährigen Nicola Tesla im Jahr 1888 änderte jedoch alles; nun konnte man die Energie überall hinbringen, nur dauerte es sehr lange, bis dies geschah. Der Wirtschaftswissenschaftler Tim Harford beschreibt, was geschah:

„Alte Fabriken waren dunkel und dicht, dicht gedrängt in den Schächten. Neue Fabriken konnten sich ausbreiten, mit Flügeln und Fenstern, die natürliches Licht und Luft hereinließen. In den alten Fabriken gab die Dampfmaschine den Takt vor. In den neuen Fabriken konnten die Arbeiter dies tun.

Aber die Fabrikbesitzer haben sich nur langsam angepasst und übernommen:

Natürlich wollten sie ihr vorhandenes Kapital nicht verschrotten. Aber vielleicht fiel es ihnen auch einfach schwer, die Auswirkungen einer Welt zu durchdenken, in der sich alles an die neue Technologie anpassen musste. „Die Telekommunikation“, schrieb Macrae, „wird die gesellschaftlichen Strukturen tiefgreifender verändern als die vorangegangenen, kleineren Verkehrsrevolutionen der Eisenbahn und des Automobils.“ Ein digitales Amerika, so erklärte er, würde die Welt bald „zum Ende des städtischen Zeitalters führen“.

Heute, mehr als 40 Jahre später, verstopfen Vorstadtverdiener hingegen immer noch die Autobahnen auf ihrem täglichen Weg in die Städte, um Geld zu verdienen.

 Photo by Scott Olson/Getty Images)

Junge Berufstätige ziehen in Scharen dorthin, um die Vorzüge des Stadtlebens zu genießen. Weit entfernt von der „Re-Realisierung“, die Macrae vorhersagte, ist die Metropole des Computerzeitalters zu einem noch stärkeren Magneten für die physischen Körper der Menschen geworden. Hier stellt sich natürlich die Frage; warum? Ich will nicht sagen; „Ganz einfach; weil wir als Menschheit die Potenziale der Kommunikation nicht begriffen haben?“ Haben wir etwas übersehen? Mit Sicherheit – aber ganz so easy ist es dann doch nicht… bestehen Städte ja wie wir wissen nicht nur als PC’s und Büros.


Ed Glaeser, ein Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard University und einer der führenden Experten für Städte, sagt, dass Vorhersagen über den Niedergang der Städte seinerzeit nicht so ungewöhnlich waren, als er in den 1980er Jahren seinen Beruf ergriff.

Damals versanken die städtischen Zentren nicht selten in einer Kloake aus Armut, Verfall und Kriminalität. Seitdem hat es eine bemerkenswerte Umkehrung gegeben, mit Wellen der Entwicklung und Gentrifizierung, die immer mehr arme Menschen aus den Städten verdrängen und immer mehr reiche Menschen in die Städte bringen.

Ein Teil der Geschichte, so Glaeser, besteht darin, dass „Macrae den Aufstieg der Konsumstadt nicht vorausgesehen hat, die Tatsache, dass Millionen von Menschen sich tatsächlich in London oder New York niederlassen wollten – nicht nur, weil es dort Arbeitsplätze gibt, sondern weil es Spaß macht.“ Der andere Teil der Geschichte ist, dass Computer das städtische Büro keineswegs auslöschten, sondern es mit neuen Arbeitsformen belebten, die es noch rentabler machten. Wieso das?

Es stimmt schon, dass seit dem Aufkommen des Internets häufiger von zu Hause aus gearbeitet wird als früher. Aber Computer und Smartphones haben das Büro nicht ersetzt – sie haben die Menschen vielmehr nur an das Büro gefesselt, wenn sie nicht dort sind. Die überwiegende Mehrheit fährt nach wie vor an den meisten Tagen zur Arbeit: Nur etwa 2,8 Prozent aller Erwerbstätigen geben an, dass sie „mindestens die Hälfte der Zeit“ von zu Hause aus arbeiten. Diese Realität spiegelt sich auch in den Pendlerdaten wider: Seit 1980, als das U.S. Census Bureau begann, Daten zu diesem Thema zu sammeln, hat sich der durchschnittliche tägliche Arbeitsweg der Amerikaner um etwa 20 Prozent erhöht, wobei der typische Arbeitnehmer heute über 26 Minuten pro Strecke pendelt – was sich bei den westlichen Industrienationen nicht wesentlich unterscheidet.

Nach Angaben von Waze, der Verkehrs-App von Google, gibt es Regionen wie Sarasota, Florida, und Myrtle Beach, South Carolina, wo der durchschnittliche Arbeitnehmer mehr als anderthalb Stunden pendelt. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, dass Pendeln unsinnig ist. Es verschwendet Ressourcen. Es ist schlecht für die Umwelt (dazu später mehr…). Es ist unproduktive Zeit, für die wir nicht bezahlt werden. Es kostet uns Geld. Die Zapfsäule ist hierbei das wohl prominenteste wie auch am meisten gehasste Beispiel. Es ist in Summe einfach nur anstrengend, & es wird mit einer höheren Rate an Depressionen, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Scheidungen, Tod und einer ganzen Reihe anderer Krankheiten in Verbindung gebracht. Jetzt wissen Sie, warum ich eingangs erwähnte, wie sehr Sie sich noch wundern.

Menschen berichten nicht selten, dass sie den Büroalltag mehr hassen als alles andere und dass sie glücklicher sind, wenn sie regelmäßig von zu Hause aus arbeiten können. Warum also müssen Büroangestellte dies weiterhin tun? Und; was haben uns die Corona-Maßnahmen eigentlich gezeigt? 5 Tage die Woche Pendeln – davon noch 2-3 mal im Stau feststecken ist allerdings nicht „nur“ aus dieser Perspektive eine wenig sinnvolle Gemengelage. Andererseits soll hier natürlich nicht versucht werden, Menschen in ihren Homeoffices zu vereinzeln. Heißt: Von Angesicht zu Angesicht miteinander zu arbeiten, soll nicht diskreditiert werden.

„SCHON DER BLOSSE GLAUBE, DASS MAN MIT EINEM ECHTZEIT-ABBILD EINES ANDEREN MENSCHEN INTERAGIERT, FÜHRT DAZU, DASS MAN SICH ANDERS VERHÄLT, ALS WENN MAN MIT EINEM COMPUTERALGORITHMUS INTERAGIEREN WÜRDE.“

Die Sozialwissenschaft weist auf die Bedeutung der Interaktion von Angesicht zu Angesicht für die Produktivität der Arbeitnehmer hin. Das Prinzipal-Agenten-Modell der Wirtschaftswissenschaften beispielsweise betont die Notwendigkeit, dass Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer überwachen und Anreize schaffen, um sicherzustellen, dass sie bei der Arbeit nicht nachlässig werden. Studien haben gezeigt, dass Teams, die von Angesicht zu Angesicht zusammenarbeiten, bei komplexen Aufgaben produktiver sind als Teams, die per E-Mail zusammenarbeiten. Körperliche Nähe hilft uns, Kontakte zu knüpfen, Emotionen zu zeigen, Probleme zu lösen und spontan auf Ideen zu kommen.

Das mag für die Produktivität bei Jobs, die nicht viel Teamarbeit erfordern, wie z. B. in Callcentern, keine Rolle spielen, aber für die vielen Jobs, die Zusammenarbeit erfordern, ist es eine große Sache. Unternehmen, wie IBM haben sich einst Macraes Weltanschauung zu eigen gemacht, aber sie haben aus Erfahrung gelernt, dass die vorhandene Technologie kein Ersatz für ein stationäres Büro ist. Tja … solange es kein Bullshit-Job ist – right? Mit einem Menschen zu reden – und zwar in echt – ist und bleibt also so wichtig wie es unersetzlich ist. Wie aber kann eine beschissene Entwicklung auf eine Weise gelöst werden, ohne eine andere damit zu beginnen?

Der Psychologe Jeremy Bailenson von der Stanford University träumt von einer Technologie, die uns endlich von der Notwendigkeit des Pendelns befreien kann. Das Problem ist, dass die bestehende Technologie Informationen nicht effizient genug übermittelt, wenn wir mit Kollegen aus der Ferne kommunizieren. Wir kennen das alle: Irgendein Callcentermitarbeiter am anderen Ende der Leitung, oder sonst was für einen Gesprächspartner mit eher mangelnder Sachkenntnis, & man wünscht sich jemanden den man in dem Moment richtig sprechen kann.. Die meisten Wissenschaftler, die sich mit diesem Thema befassen, sind sich einig, dass ein großer Teil der Informationen nonverbal übermittelt wird. Viele dieser nonverbalen Kanäle, wie Körpersprache, Gesichtsausdruck und Augenbewegungen, gehen bei E-Mail, Instant Messaging und sogar Skype verloren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn an Besprechungen mehrere Personen beteiligt sind.

Bailenson, der das Stanford Virtual Human Interaction Lab gegründet hat und leitet, hat mehr als ein Jahrzehnt mit der Erforschung einer Technologie verbracht, von der er glaubt, dass sie diese Einschränkungen endlich überwinden könnte: die virtuelle Realität (VR).

Wenn es darum geht, ein virtuelles Büro zu schaffen, das so gut ist, dass es das Pendeln überflüssig machen könnte, so Bailenson, liegt der Heilige Gral darin, das zu erreichen, was Psychologen als „soziale Präsenz“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um den Geisteszustand in der VR, in dem die Nutzer digitale Avatare von Menschen so erleben können, als wären sie echte Menschen.

Hier zuckten bestimmt einige kurz zusammen – stimmts? Jede Sache hat zwei Seiten.. so auch hier. Ob der „Versicherungsvertreter“ jedoch VR-kompatibel sein muss, wage ich zu bezweifeln. Heißt; es wird wohl kaum die Notwendigkeit bestehen, flächendeckende VR-Kommunikation für jede Bürotätigkeit auszurollen.

Bailenson und seine Mitarbeiter haben viel Zeit damit verbracht, herauszufinden, wie man die soziale Präsenz in der virtuellen Realität erhöhen kann. Sie haben zum Beispiel herausgefunden, dass Menschen Aufgaben besser erledigen, wenn Avatare wie Menschen aus Fleisch und Blut aussehen, klingen und sich auch so anfühlen. Ihre Ergebnisse unterstützen die Idee, dass das virtuelle Büro ein solideres Geschäftsmodell werden könnte.

„Es gibt eine lange Reihe von Forschungsergebnissen über die soziale Präsenz in VR, die darauf hindeuten, dass wir dazu neigen, digitale Repräsentationen mehr oder weniger wie echte Menschen zu behandeln“, sagt Bailenson. „Schon allein der Glaube, dass man mit einer Echtzeit-Darstellung eines anderen Menschen interagiert, führt dazu, dass man sich anders verhält, als wenn man mit einem Computeralgorithmus interagiert.“

Es handelt sich zwar nicht um das „Computerterminal“, das Macrae in seinem Artikel von 1975 beschrieb, aber könnte die virtuelle Realität seine Vision von einer großen, bürofreien Belegschaft tatsächlich Wirklichkeit werden lassen?

Es mag zwar schön klingen, aber Glaeser ist skeptisch, dass die virtuelle Realität jemals das herkömmliche Büro auslöschen könnte.

„Ich meine, wenn die Technologie wirklich das Äquivalent zu ‚Beam me up, Scotty‘ erreicht – wo es wirklich so ist, als wären wir genau im selben Raum – dann sind vielleicht alle Wetten ungültig“, sagt Glaeser. „Aber ich denke, es wird schwer sein, all die reichhaltigen Informationsflüsse zu erfassen, die stattfinden, wenn Menschen sich gegenüberstehen.“

Bailenson räumt jedoch ein, dass monumentale technologische Fortschritte erforderlich sind, um den Reichtum der Interaktion von Angesicht zu Angesicht zu reproduzieren. VR kann zwar visuelle und auditive Simulationen erzeugen, die realistische Erfahrungen ermöglichen, aber sie ist immer noch kein Ersatz für die Anwesenheit von Menschen im selben Raum. Berührungs-, Geruchs- und andere Sinneserfahrungen müssen in der VR noch nachgebildet werden, und einige Nutzer berichten, dass ihnen nach längerem Tragen der Brillen schwindlig wird. Angesichts der dramatischen Fortschritte, die bereits erzielt wurden, sieht er jedoch Hoffnung für diejenigen, die fünf Tage pro Woche im Stau stehen.

„Wenn wir das, was ich den ‚virtuellen Händedruck‘ nenne, das subtile, nonverbale Muster des Augenkontakts, die zwischenmenschliche Distanz, die Körperhaltung und andere wichtige Nuancen von Gruppengesprächen, in den Griff bekommen“, sagt er, „dann haben wir endlich eine Chance, das Pendeln in den Rückspiegel zu bekommen…“

Nun … ich denke, es muss immer bedacht werden, dass das Pendeln ja das Problem war. Also die sinnlose Zeit die vergeudet wird, das viele Geld was hierfür verbrannt wird usw. und welches es zu lösen galt. Und dies darf infolge nicht dazu führen, in einem anderen Problem aufzuwachen. Apropos Lösungen:

Die wichtigsten Punkte sind, dass die Computerrevolution, die vor mehr als 50 Jahren begann, eine Änderung der Art und Weise erforderte, wie wir über Arbeit überhaupt denken.

Sie ermöglichte die Dezentralisierung, weil wir diese Dateien oder zentralen Verarbeitungsanlagen nicht mehr benötigten. Aber es gab auch Widerstand von Firmenbesitzern, Managements usw., denn, wie in der letzten Revolution festgestellt wurde; „sie taten sich einfach schwer damit, die Auswirkungen einer Welt zu durchdenken, in der sich alles an die neue Technologie anpassen musste“.

Zoom ist ja schließlich nichts Neues, und Webex gibt es auch schon seit 25 Jahren. Die Tools haben quasi nur darauf gewartet, dass das Management sie dank des großen Anstoßes durch die Pandemie einsetzt – und wir sollten zumindest auch einmal gründlich darüber nachgedacht haben. Und wenn man dabei gründlich ist – darf natürlich nicht der Umweltaspekt fehlen:

„Die Verlagerung zur Telearbeit muss die Produktivität steigern, weil wir die gleiche Leistung ohne Pendeln, ohne Bürogebäude und ohne alle damit verbundenen Waren und Dienstleistungen erbringen können. Wir können zu Hause etwas produzieren und es elektronisch an die übrige Wirtschaft weiterleiten, sei es ein Versicherungsantrag oder eine ärztliche Beratung. Wir produzieren das, was den Menschen wirklich wichtig ist, mit viel weniger Aufwand für Dinge wie Bürogebäude und Transport.“

Wenn man sich den Kohlenstoff-Fußabdruck unseres Lebens ansieht, ist es bemerkenswert, wie viel diese Veränderungen bewirken können:

Nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA stammen fast 30 % der Treibhausgasemissionen in den USA aus dem Verkehr – dabei wurde bereits festgestellt, dass 37 % der Verkehrsemissionen auf den Weg zur und von der Arbeit entfallen. Und natürlich richten wir unsere Autobahnen und U-Bahnen nach den Hauptverkehrszeiten aus und bauen Millionen von Parkplätzen, um all die Autos unterzubringen…


Es kann sich so viel ändern, wenn wir die Revolution akzeptieren, anstatt sie zu bekämpfen. Revolution? Ja! Wie? Am Ursprung aller Dinge; dem Denken. Realisieren und umsetzen ist eine Kleinigkeit: vernünftig gedacht muss es werden.

Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass sich das Homeoffice für manche sehr schnell einpendeln und somit zu einer höheren Lebensqualität beitragen würde. Außerdem fährt nach meinem dafürhalten ja grundsätzlich niemand nirgendwohin, wo einem alles andere als erfreuliche Dinge erwarten. Und sei es für die Dauer der Fahrt selbst. Was sagen eigentlich die „Grünen“ zu dieser Form des Umweltschutzes aus dem Homeoffice? Nie davon gehört, nehme ich an – right?

Bei Tätigkeiten kommt es eben auf das an, was man als „kollaborative Effizienz“ bezeichnen könnte – also die Geschwindigkeit, mit der z.B. eine Gruppe ein Problem erfolgreich löst. Und die Entfernung scheint die kollaborative Effizienz zu beeinträchtigen. Warum ist das so? Die kurze Antwort lautet, dass Zusammenarbeit (bestenfalls eine gute) Kommunikation voraussetzt. Und die Kommunikationstechnologie, die die schnellste, billigste und bandbreitenstärkste Verbindung bietet, ist – zumindest im Moment – immer noch das Büro.

Aber wie viele Arbeitsplätze dieser Art gibt es davon eigentlich wirklich? Ich vermute nicht sehr viele. Es ist wahrscheinlicher, dass das traditionelle Büro nur noch aus Trägheit besteht und dass viele der jungen Leute, die in diesen kollaborativen Büros in unmittelbarer Nähe zueinander arbeiten, einander texten, weil sie dies dem Gespräch vorziehen. Komisch: musste gerade an Stromberg denken … oder Büroangestellte, die in ihrer Freizeit große Bagger fahren oder ähnliche Dinge tun, um ihr Berufsleben zu absorbieren.

Um auf die Frage von Greg Rosalky zurückzukommen:
Warum pendeln wir immer noch?
Weil unser Chef uns dazu gezwungen hat?


Quellenangaben:


© Alpha Rocking

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