Der 11. September 2001

Es scheint ein Leben lang her zu sein, dass, was an jenem Tag, dem 11. September 2001, passiert ist, um das Leben so vieler Menschen zu verändern. Es erscheint uns, nach so vielen Jahren, einfach, den Alltag und das alltägliche Leben zu durchlaufen und das Trauma der Vergangenheit zu vergessen. Es zu versuchen zumindest, denn vergessen, was an jenem Tag einst passierte, wie soll das gehen?

Dieses Ereignis wurde der Menschheit doch kollektiv ins Gedächtnis gebrannt. Und das damit verbundene Trauma gleich mit. In vielerlei Hinsicht berührt es uns noch heute, auch, ohne dass wir es merken, und doch jeden auf seine ganz persönliche Weise.

Die Abläufe, ja der gesamte Flugverkehr an und um einem Flughafen unterscheidet sich heute stark von dem, was er vor über achtzehn noch Jahren war. In gewisser Weise ist das eine gute Sache. Es ist eine gute Sache, dass wir uns jetzt mehr darüber im Klaren sind, was die Aspekte der Welt uns antun können. Die Welt, sie ist sich nun vielleicht im Klaren darüber, aber friedlicher, ist sie auch achtzehn Jahre später nicht geworden.

9/11 – BY LakoDesigns

Der 11. September 2001 war so groß, dass fast jeder eine Geschichte zu erzählen hat. Fast jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der dort war, in der Nähe war, der gestorben ist, verwundet wurde, oder einfach Riesen Glück hatte, dass Er oder Sie mit dem Leben davongekommen ist. Nicht zu vergessen diejenigen, die Freunde, Freundinnen, Bekannte, Kollegen, Ehefrauen & Männer, Väter, Söhne, Töchter, Großeltern, Geschwister, Verwandte oder Nachbarn an jenem Tag das letzte Mal lebend gesehen haben – oder ihre stimmen über das Telefon hörten. Ein letztes Mal.

Und viele Menschen kennen vielleicht einen Menschen, jemanden, einen Soldaten, der seither in einem sinnlosen Krieg gekämpft hat. Ein Krieg, der aus den Ereignissen dieses Tages entstanden ist. Ein Krieg, so heißt es, der nie ein Ende finden wird, der unter dem Deckmantel des „Kampfes gegen den Terror“ wieder und wieder „Gründe“ – oder „Machthaber – findet, geführt werden zu müssen.

Und so geht der Verlust von Leben auch heute noch weiter. Unbezifferbar sind sie nun, die Verluste. Ich hatte Angst damals, angst, dass dieses Ereignis den 3. Weltkrieg entfachen könnte. Und irgendwie, hat es das auch. Laut des Global Peace Index (GPI, Weltfriedensindex) befanden sich Weltweit (stand 2016) nur ganze 10 Länder nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen. Sieht man sich die Welt heute an, bemerkt man, dass es heute kaum besser aussieht.

Seinerzeit arbeitete ich in einem Eiscafé. Chef & Chefin hatten den Tag frei, somit hatte ich mit einer Kollegin das Café sozusagen für uns alleine. Da diesen Tag (ohnehin) nicht viel zu tun war, schalteten wir den kleinen Fernseher an &, was man dann zu sehen bekam, brauche ich wohl niemandem mehr zu erklären. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir auch nur einen einzigen Gast hatten an diesem Tag. Nach etwa 5 Stunden haben wir das Café geschlossen. Nur wenige Minuten später saß ich bei einem Freund, nur um dann zusammen immer und immer wieder diese verdammten Bilder im TV anzusehen.

Man sollte doch eigentlich meinen, das Ereignisse wie diese dazu dienen könnten, die Menschen einander näherzubringen, irgendwie Brücken und Beziehungen aufzubauen. Doch:

„Wo der Wahnsinn regiert, ist der Krieg nicht weit entfernt.“

} Horst Bulla {


„Als wäre Krieg ein geeignetes mittel an dessen Ende dauerhafter Frieden erwachsen könnte. Wenn dem so wäre, hätten alle vergangenen kriege ein Akt der Menschlichkeit sein müssen.“

} Alpha Rocking {


„Schließlich ist der moderne Krieg so gut wie kein Kampf mehr. Er ist eher das Gegenteil: eine Vereinbarung. Ein Übereinkommen zwischen den Regierungen zweier Staaten, dass sie alle ihre gesunden Männer zu dem Zwecke bereitstellen wollen, dass sie sich so lange wechselseitig maschinell zerhacken oder chemisch vergiften – von Handarbeit ist man fast abgekommen -, bis von dem einem Partner nichts, von dem anderen noch ein Rest übrig bleibt. Der Letztere hat dann gewonnen. Dass eine derartige Vereinbarung nur zwischen Geisteskranken möglich ist, liegt auf der Hand.“

} Emil Flusser (1888-1942), Krieg als Krankheit, 1933 {


„Es gibt kaum einen Philosophen, der sich nicht mit der Frage Krieg und Frieden einmal befasst hätte. Ob sie nun zur Bejahung oder zur Ablehnung des Krieges gelangten, Philosophen kommt es nicht zu, über pathologische Erscheinungen zu meditieren. Immerhin wäre es aber Pflicht der zeitgenössischen Philosophie, den Widerspruch aufzuklären, der darin liegt, dass die Staaten der Erde zwar mit der Unterschrift unter den Kelloggpakt den Krieg geächtet haben, dabei aber ihre Bürger mit Gewalt zum Waffendienste zwingen. Mit Recht stellt Albert Einstein die Forderung auf, dass alle Staaten, die den Kelloggpakt gezeichnet haben, auch die allgemeine Wehrpflicht abschaffen und sich verpflichten, weder direkt noch indirekt oder moralisch ihre Bürger zum Waffendienste zu zwingen. Ächtung des Krieges mit gleichzeitigem Zwang zum Kriegsdienste widerspricht nun allerdings der Vernunft und die Unvernunft, das Irrationale ist es, worauf die militärische Philosophie die Bejahung des Krieges allein stützen kann. „Nie wieder Erdbeben“, rufen die Militaristen jenen zu, deren Losung „Nie wieder Krieg“ ist.“

} Emil Flusser (1888-1942) {


Im gedenken an die vielen, unzähligen und darauffolgenden Opfer des 11. September 2001. Ruht in Frieden.


„Damit es Frieden in der Welt gibt, müssen die Völker in Frieden leben Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt, dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben. Damit es Frieden in den Städten gibt, müssen sich die Nachbarn verstehen. Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt, muß im eigenen Haus Frieden herrschen. Damit im Haus Frieden herrscht, muß man ihn im eigenen Herzen finden.“

} Laoste {

„Terror nährt sich durch Angst und Beachtung, welche durch Medien und soziale Netzwerke verbreitet wird. An dem Tag, an dem die Medien nicht mehr stündlich über Anschläge berichten, an dem Tag, an dem wir dem Terror weniger Beachtung schenken, ab dem Tag hat der Terror den Krieg verloren.“

} Ingrid Klaus-Uschold {


Wenn alle untreu werden

Wenn alle untreu werden,
So bleib ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muß ich bitter weinen,
Daß du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
O! lasse nicht von mir;
Laß innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz.

} Novalis {

Novalis – bürgerlicher Name: Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg (2. Mai 1772 auf dem Stammsitz der obersächsisch-freiherrlichen Linie derer zu Hardenberg in Oberwiederstedt (heute Wiederstedt) nahe Hettstedt; † 25. März 1801 in Weißenfels.)


PS:

Art. 2 der UNO-Charta vom 26.6.1945:

«Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.»


Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, das wagt zu denken,
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,

Wo alles dunkel ist, macht Licht.


♥ Alpha Rocking ♥


Artikelbild @ Daybreak BY The-Transport-Guild

Novalis – Gedicht @ Die Deutsche Gedichte-Bibliothek

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