Von Gesellschaft, Ressourcen & Mangel

Bisher war und ist es so, dass sich ein Herrscher oder eine herrschende Institution über die Entscheidungsfreiheit des Individuums hinwegsetzt, entweder durch Zustimmung des einzelnen, oder viel schlimmer; durch zwang, und nur für sich eine Entscheidungsfreiheit beansprucht, derer sich der einzelne Mensch (mehr oder weniger) zu unterwerfen hat. Dazu behauptet das herrschende System zusätzlich ein Recht auf Erstanwendung von Gewalt, falls der einzelne Mensch sich der Entscheidungsgewalt des Herrschenden nicht unterwerfen sollte.

Ein Merkmal der Anarchie ist es, dass alle Lebensentscheidungen vom Individuum selbst getroffen werden können. Dieses Modell einer Gesellschaft wird einerseits von Anhängern eines gewissen politischen Konzeptes benutzt, anderseits kann dieses Modell von der Opposition aus betrachtet, für haltlose Zustände stehen, da die Umsetzung eines herrschaftslosen Gesellschafts-modells zu selbigen Zuständen führen müsse. So zumindest die allgemein bekannten Interpretationen.

Ob Anarchie überhaupt funktionieren kann, es also möglich wäre, auf diese Weise ein gewaltloses Zusammenleben zu verwirklichen, will ich jetzt gar nicht abschließend feststellen. Neige aber eher zu der Meinung, dass dies nicht umsetzbar wäre. Weshalb ich das so sehe, erkläre ich gleich. Ich frage mich eigentlich vielmehr, ob es ein gewaltloses Zusammenleben in einem Gesellschaftssystem generell überhaupt geben kann &, ob dies eher mit der Hierarchie eines Herrschaftsmodells – oder, mit einem Anarchischen Modell umsetzbar wäre? Haben Sie eine Idee, wehrte Leser?

Legen wir los …

Ob ein gewaltloses (friedliches) Zusammenleben in einer Gruppe überhaupt möglich ist, hängt zuallererst von den zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Diese Antwort mag zunächst verwundern, könnte aber kaum treffender formuliert sein. Anarchie ist z. B. ohne weiteres möglich, sobald Überfluss vorhanden ist oder ein existenzielles Interesse an der Akquise aller vorliegt, was zur Selbstorganisation und Heterarchie führt. Was aber passiert, sobald es zu einem Mangel kommt? An der Stelle wird es sehr interessant, denn maßgeblich entscheidend in der ganzen Thematik ist nämlich der Mangel. Der Mangel an Ressourcen. Es ist damit egal, was für ein Gesellschaftssystem bzw. Modell wir uns nun vorstellen wollen, hat sich ein solches Modell mit einem Mangel auseinanderzusetzen, folgen unausweichlich dieselben Maßnahmen.

[Maxico Stadt]

In Mangelsituationen wird letzten Endes so etwas eine Zuteilung erfolgen, was einen „Zuteiler“ hervorbringt. Diese Position muss (musste) mit unter sogar erkämpft werden. Kämpfen wiederum beinhaltet ein Risiko. Wer also herrschen wollte, musste sein Leben dabei einsetzen, um diese Herrschaft zu erringen oder zu verteidigen. Ich denke, ich brauche hier niemandem zu erzählen, dass es in der Geschichte der Menschheit oft genug einen Mangel an allen nur denkbaren Dingen gegeben hat. Sogar herbei gewünschten Mangel gab es und gibt es noch. Damit wurde sich also schon auseinandergesetzt & letztlich auch Überlegungen angestellt, wie man dem möglichst begegnen sollte.

Der nächste Entwicklungsschritt zum gewaltlosen Zusammenleben ist damit der naheliegende Gedanke, Risiko, dass Risiko des Kampfes, zum einen zu minimieren und zum anderen zu transferieren. Man teilt Leute als Gehilfen ein (um dem Mangel Herr zu werden) diesen für ihre Mühen gesondert etwas zugeteilt wird. Dabei wurde erkannt, dass diese Leute hilfreich sind dabei, die aus dem Mangel erwachsene Machtposition zu bewahren und zu sichern. Es wurde sich also ein Plan gemacht, um ruhe in die Gruppe zu bekommen – heute würden wir sagen, es wurde Politik gemacht, um die Masse stillzuhalten. Damit wurde die Gruppe in gewisser Weise gespalten in die Masse, welche klaglos für anderen mit schuften und, deren Nutznießer. Herrschende, damals wie heute, dürften sehr schnell gemerkt haben, dass es viel besser ist andere für sich kämpfen zu lassen.

Das System verselbstständigte sich.


Dieses Modell ist schlicht und einfach. Nachvollziehbar und lebensnah. Nahezu jeder kennt den Zweck & auch das es ohne kaum besser ablaufen würde. Der umgedreht Vorgang der Zuteilung aus dem „Gemeinschaftstopf“ ist die geregelte Einlage in den Herrschertopf in Form von Steuern und Abgaben. Die Stabilität eines solchen Systems ergibt sich aus dem ursprünglichen Affekt. In Notzeiten mit der Zuteilung nicht übergangen zu werden stimmte sicherlich viele fröhlich. Alte, Kranke und kleine Kinder hatten dereinst Pech, wenn im Kampfe auf eben jene keine Rücksicht mehr genommen werden (konnte?) – nein, wohl eher wurde.

Genauso fröhlich (naja, vielleicht nicht alle…) zahlen heute viele Leute ihre Steuern, weil sie dazu gehören dürfen zur dieser famosen Maschinerie, welche die meisten Ressourcen allerdings bereits für den eigenen Betrieb verbraucht. Nebeneffekt dabei ist, dass dieses System die Vergrößerung von Gemeinschaften erst ermöglichte hatte. Sie wissen, die Menschheit breitete sich über den gesamten Globus aus.

Dieses, jetzige System, funktioniert sogar nur unter den Bedingungen von Knappheit. Es ist in keiner Weise auf irgendeine Art kreiert, ohne Mangel zu funktionieren. Das oft und viel benutzte Schlagwort des sogenannten „Wachstums“ ist nur eine Knappheitsumschreibung. Denn Wachstum ist eine Folge der Knappheit, welche man beseitigen möchte bzw. muss. „Wachstum“ ist somit kein verselbständigtes „Item“, sondern vielmehr nur ein selbsttäuschender Begriff.

Daraus ergibt sich auch, was die erste Aufgabe dieses Staates, dieses Systems ist; Knappheit an Gütern zur realisieren. Das ist einfach. Absolut sinnlose Ressourcenverschwendung durch Überflüssiges, widersinniges und Destruktives. Der Staat muss dafür sorgen, dass die Masse knapp an Ressourcen (auch der Geistlichen) gehalten wird – aufkosten der Mit-, Um- Tier- & Pflanzenwelt. Steuern sind nur dazu da, dass zukünftig auch Steuern gezahlt werden. Das System erhält sich selbst. Für die wirtschaftlichen Prozesse gilt (in besonderer Weise) das Gleiche. Es geht nie um die Befriedigung und Sicherung von Bedürfnissen, sondern nur um permanente Vorläufigkeit.

Und die ehrenvolle Wissenschaft? Das Gleiche gilt auch in der Wissenschaft. Diese steht unter der Generalausrede einer vorläufigen Verbindlichkeit, ohne jemals auf einen Punkt zu kommen – an oft Realitätsfremden Konzepten und Interpretationen mangelt es jedenfalls nicht – und fragmentiert sich dabei immer mehr. Das Ganze kann sich dann, ähnlich selbsttäuschend formuliert, Fortschritt nennen. Dabei muss man dennoch feststellen, dass 99,9 % der Weltbevölkerung gar nicht da wären, wenn sich ein solches System nicht etabliert hätte. Das ist, man kann es durchaus so nennen, Populationsmasse, welche auch eine Austilgung von 99,9 % aushalten und dabei eine lebensfähige Erbmasse übrig bleiben würde.


Warum gibt es diese Entwicklung eigentlich? Die Frage danach ist recht einfach zu beantworten …, weil sowas wohl schon passiert ist. Auch hier wirkt ein selbstlernendes System. Der Rest ist Werbung, Gewohnheit & Propaganda, welche sich das System selbst vorflötet und nachbetet damit es funktioniert. Darüber nachzudenken, ob bei den heutigen zivilisatorischen „Möglichkeiten“ ein anderes / alternatives System in der bzw. in ähnlicher Größenordnung denkbar wäre, ist recht uninteressant, weil einfach die Protagonisten dafür fehlen. Wer von dem zurecht geschnitzten Schul- konditionierten Menschenbrei der hierzulande Jahr für Jahr generiert („Ausgebildet“) wird, kann sich denn schon vorstellen, in einer anderen Systemstruktur zu leben? Sie etwa?

„Vergessen wir nicht, dass sich eine Ideologie immer durchsetzt. Doch um zu dominieren, reicht Gewalt nicht aus, man braucht eine andere Art von Rechtfertigung. Wenn also ein Mensch Macht über einen anderen – sei es ein Diktator, ein Kolonist, ein Bürokrat, ein Ehemann oder ein Chef – ausübt, braucht er eine rechtfertigende Ideologie, immer die gleiche:

Diese Herrschaft geschieht „zum Wohle“ der Dominierten. Mit anderen Worten, Macht wird immer als uneigennützig, selbstlos, großzügig dargestellt.“ ( Noam Chomsky )

Der gute Zweck, dass gute Gewissen usw. usf. alle nur denkbaren Methoden werden genutzt damit der einfache Mensch nicht schnallt, was hinter der Fassade für ein destruktives System am werke ist, dass Klimawandel Propagiert, während zu keiner Zeit an ein axiomatisches Ende der 2 Meterlangen Kettensägen in den letzten Urwäldern der Erde gedacht noch es durchgesetzt wird. Diese ganze scheiße geht ja trotzdem weiter.

[„Regenwald“ Indonesien]


Vielleicht wird auch ein wenig verständlich, warum die Kommunisten und sonstige fehlgeleiteten Weltverbesserer den „neue Menschen“ propagiert haben. Und warum es ihnen keine Probleme bereitet hatte Millionen in den Tod zu schicken. Das Funktionieren des Kommunismus stand unter der theoretischen Voraussetzung der Weltrevolution. In Konkurrenz war das System jedoch unterlegen, da die Verantwortlichen wieder von Hierarchien profitiert haben. So ist es kein Wunder, das Marx auf seine kruden Ideen gekommen ist, als die Menschheit technisch in der Lage war Mangel nachhaltig auszuschließen (bzw. weiß man ja nun, wie dies zu verstehen ist).

Marx aber war ein Idiot. Der das Prinzip nicht verstanden und das Problem an irgendwelchen bösen Männern und Klassen festgemacht hat. Wenn man weiß wie Menschen und Gruppen funktionieren, dann kann man sich auch problemlos das Ende der Geschichte ausmalen. Die unbezwingbare, wohl auch unbequeme Wahrheit ist die, dass der heutige Mensch in seiner psychischen Ausstattung verschwinden wird. Er wird Aussterben. Vorausgesetzt ihm fällt nicht mehr ein wie CO-2-Steuer & Cum-Ex oder Annegret Kramp-Karrenbauer …

Danach mögen vielleicht noch ein paar andere Leute herumlaufen, die so aussehen wie wir, sich aber vom Wesen und ihren kognitiven Möglichkeiten „wesentlich“ unterscheiden. Doch wie sich dieser Wandel vollzieht, ist gänzlich ungewiss. Das entscheidet sich ganz allein im Wettstreit der Kräfte und Gegenkräfte. Komischerweise sind wieder die Befürworter des bestehenden Herrschaftssystems diejenigen, welche die individuelle Freiheit am meisten promoten. Wie es in den letzten 200 Jahren schon so gewesen ist.

Die große Frage ist also die, ob das heutige System dynamisch genug ist und Gegenströmung adaptieren kann, wenn nicht, sehen wir uns einen Wechsel gegenüber der sich gewaschen hat. Schöne neue Welt eben …


Prof. Dr. Hans Hermann Hoppe: Der Staat – Feind von Ethik und Freiheit

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