­čî▒ Der B├╝rgewald / Hambacher Forst ­čî▒

Bevor RWE mit der Zest├Ârung des Waldes begann, hie├č dieser noch B├╝rgewald. Die Umbennung in Hambacher Forst diente auch dazu, die lange Geschichte des Waldes zu verschleiern und seine Bedeutung als einen der ├Ąltesten W├Ąlder Deutschlands zu verstecken. Hier folgt ein grober Abriss der Geschichte des B├╝rgewaldes:

Vor 12.000 Jahren ging in Mitteleuropa die letzte Eiszeit zur├╝ck. Langsam ergr├╝nte Mittel und Westeuropa und wurde in den folgenden Jahrhunderten von einem dichten Buchenwald bewachsen. Nur an wenigen Stellen entwickelten sich andere ├ľkosysteme: z.B. in Mooren, an den K├╝sten, in alpinen Bereichen etc. Und nur an wenigen Stellen gab es andere Waldformen als den Buchenwald. Einer dieser Orte war der B├╝rgewald, wo sich ein Eichen/Hainbuchenwald entwickelte.

Viele Tausende Jahre folgten und der Wald wuchs und gedieh. Menschen gab es in der Region die l├Ąngste Zeit nur wenige: Eigentlich ist es hier ja auch zu kalt und matschig. …

Aus dem achten Jahrhundert stammen die ersten ├ťberlieferungen, die den B├╝rgewald erw├Ąhnen. Zu dieser Zeit geh├Ârte der Wald Karl dem Gro├čen. An seinem Hof arbeitete Arnold von Arnoldsweiler als S├Ąnger. Er kannte die ├Ąrmliche Lebenssituation der ├Ârtlichen Bev├Âlkerung und als er Karl bei einer Jagd begleitete, bat er ihn w├Ąhrend des Mittagsessen, ihm soviel Wald zu schenken, wie er w├Ąhrend des Essens auf dem Pferd umreiten konnte.

Karl willigte ein, und Arnold ritt los. Zuvor hatte er schon mit den Gemeinden abgesprochen, dass sie ihm frische Pferde bereithielten, und so konnte er im Staffelritt noch w├Ąhrend des Mahls den gesamten Wald umrunden.

Karl nahm Arnold die List nicht ├╝bel, und schenkte ihm einen Ring zum Zeugnis, dass der Wald fortan ihm geh├Âre. Arnold verschenkte den B├╝rgewald weiter an die umliegenden D├Ârfer und nannte ihn einen ÔÇ×Wald GottesÔÇť. Die Menschen aus den anliegenden Gemeinden durften in den Wald, um vom Boden Feuerhol, Pilze oder N├╝sse aufzusammeln und konnten im Herbst ihre Schweine in den Wald treiben, damit diese sich an den Eicheln sattfra├čen.

Untersagt war allerdings B├Ąume zu f├Ąllen.

Der Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst. | ┬ę picture alliance/Federico Gambarini/dpa

Daf├╝r wurde er in f├╝nfzig angrenzenden Ortschaften wie ein Heiliger verehrt. Der Wald war fortan Teil der Allmende, einem damals in ganz Europa ├╝blichen System:

Die D├Ârfer waren umgeben von Weidefl├Ąchen, W├Ąldern und Seen. Diese geh├Ârten keiner Person, sie waren nicht privat. Sie unterstanden der Kontrolle und Pflege der lokalen Gemeinde, welche sich regelm├Ą├čig traf, um miteinander zu bestimmen, wer wieviel Tiere auf die Weide treiben konnte, wie viele Fische aus den Seen geangelt werden durfte und wo B├Ąume zu Bauzwecken gef├Ąllt werden konnte.

F├╝r viele Jahrhunderte sorgten die Menschen so f├╝r einen nachhaltigen Umgang mit der Natur. Erst im ├ťbergang zum Kapitalismus wurden diese Fl├Ąchen eingez├Ąunt, privatisiert und die Bev├Âlkerung so immer weiter zur Lohnarbeit gezwungen. Die Menschen riskierten lieber ihr Leben, als Lohnarbeiten zu m├╝ssen, das galt als das schlimmste Los, welches einen Menschen treffen konnte.

Karte / B├╝rgewald / 1902

Die Jahrhunderte vergingen, und die Menschen lebten in guter Beziehung zum Wald. Ab dem 16. Jahrhundert sind Buschordnungen ├╝berliefert, in denen eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes schriftlich festgehalten wurde. Die umliegenden Gemeinden versammelten sich zu festen Terminen und sprachen die Holzbenutzung ab, sogenannte Holzgedinge.

Im 18. Jhd. wurden der Wald in Teile aufgeteilt und auf die anliegenden Gemeinden verteilt. Somit war jede Gemeinde f├╝r ihr Waldst├╝ck selbst verantwortlich. Dies sollte eine Entscheidung sein, die den Wald noch langfristig beinflussen w├╝rde.


Als in den 1970ÔÇÖer Jahren eine Gebietsreform anstand, wu├čten die Gemeinden nicht genau, welche Teile des Waldes ihnen geh├Âren w├╝rden, und mit gen├╝gend Schmiergeld schaffte RWE, damals Rheinbraun, sie zu einem Verkauf zu ├╝berreden.

Im gleichen Jahr, 1978, wurden mit den ersten Rodungsarbeiten angefangen, und nun, vierzig Jahre sp├Ąter, verbleiben nur noch ungef├Ąhr ein Zehntel der urspr├╝nglichen Fl├Ąche.


Was man daraus lernen sollte

Dieser Wald ist nunmehr nur noch eine traurige Karikatur seiner selbst. Etwa ein Zehntel seiner einstigen Fl├Ąche, wie schon erw├Ąhnt, dass ist alles was nach vielen JAHRHUNDERTEN Nachhaltiger Nutzung noch von ihm ├╝brig ist. Und so Traurig es auch klingen mag:

Der Kampf f├╝r den Erhalt dieses restlichen St├╝ckchen Waldes, der wurde schon vor vierzig Jahren verloren. Und Warum ? Weil nicht ordentlich (ehrlich) ├╝ber die Pl├Ąne der gesamten Region berichtet wurde, weil die Wirtschaftlichen Interessen wichtiger waren als die Flora & Fauna & ganz gewiss auch weil sich damals kaum einer der Menschen die dort lebten wirklich vorstellen konnte, was ├╝berhaupt auf dem Spiel steht. ­čśą­čî▒­čś×

Man kann & sollte somit den B├╝rgewald (auch Ahnenwald genannt) als Beispiel hernehmen – um an derer Stelle in Deutschland (und dar├╝ber hinaus) nicht dieselben Fehler zu machen.

Die gut 50.000 Menschen die k├╝rzlich erst dort waren um zu Demonstrieren & die es in der Mehrheit (zum Gl├╝ck) auch sicher nur gut gemeint hatten, diejenigen die sich friedlich an diesem Protest gegen die Abholzung des letzten bisschen Wald beteiligen (& nicht wie die Antifa, die lediglich eine weitere Sinnlose Gewaltorgie ablieferte) kamen vielleicht zu Sp├Ąt f├╝r den B├╝rgewald – aber vielleicht noch nicht zu Sp├Ąt f├╝r andere W├Ąlder in unserer Heimat.

Ich betrachte dies als die Quintessenz, die Lehre die man aus dieser Trag├Âdie ziehen sollte. Es ist verdammt nochmal wichtig, dass von vornherein ganz genau Definiert wird was mit einem Gebiet welches Begehrlichkeiten bei so manchem Konzern weckt, passieren soll. Es ist zwingend erforderlich das den Menschen kein einziges Detail ├╝ber eine m├Âgliche Nutzung (also ein Vorhaben das Auswirkungen auf die Landschaft & Umwelt haben wird) vorenthalten wird, um sich ein Bild machen zu k├Ânnen ├╝ber die Zukunft & Gesundheit einer Landschaft und somit auch unserer Heimat.

Alles andere f├Ârdert nur die Pure Raffgier & nutz letzen Ende niemanden. Schon gar nicht der Natur – ohne die wir schlie├člich alle gar nicht hier w├Ąren. Es ist eine Frage des Respekts vor der Natur – nicht die Frage von Profiten, ebenso wenig von potenziellen Arbeitspl├Ątzen die geschaffen werden k├Ânnten, wie wir zuk├╝nftig mit solchen Dingen umgehen wollen.


Die Zeilen ├╝ber die Geschichte des┬áB├╝rgewaldes fand ich hier im Netz & so fand sie schlie├člich ihren weg auf meinen Blog.┬á


Artikel-Bild:

Hambacher Forst┬á– Aktion: „Sei die Rote Linie.“ Foto aus einem Besetzten Baum mit Blick in das Tagerbauvorfeld. 19.02.2017 /┬á(CC BY-NC-SA 2.0)


 

┬ę Alpha Rocking

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