Artensterben: letztes „Nördliches“ Breitmaulnashorn gestorben

Kennen Sie das auch, liebe Leser ? Dieses Gefühl, diesen Schmerz, diesen Moment, wenn eine tief aufgestaute Wut ungezähmt bereit ist es der Menschheit zu vergelten, um mit Blitz und Donnerschlag Zerschmetternd den Mensch-gemachten Wahnsinn zu beenden ??? Sodass die Tierwelt ein für alle mal erlöst, von der drohenden Ausrottung des Menschen ???

Wie bitte will man denn sonst reagieren, wenn eines der Außergewöhnlichsten Lebewesen für immer gestorben ist. Wie ? Für immer gestorben ? Was soll das heißen ? Für immer Gestorben ? Für alle, die dass noch immer nicht zu verstehen scheinen: Es gibt eine Steigerung von Sterben, auch wenn das vielen vielleicht gar nicht bewusst ist. Es ist jenes Sterben, dass mit dem letzten Tier einer Art vom Antlitz des Planten für immer verschwindet. Dieser Verlust rangiert an oberster Stelle. Danach kommt keine Steigerung mehr. Man kann 1000 Tiere auf einmal Töten, man auch Hunderttausende Fische mit einem male dem Ozean entreißen. Aber eines, dass kann man auch als Mensch man nur einmal:

Eine Spezies restlos Ausrotten !

Sudan, ein ganze 45 Jahre alt gewordener Breitmaulnashorn – Bulle war der letze seiner Art. Das heißt, dass es von nun an keine Breitmaulnashorn – Bullen mehr gibt. Außerdem bedeutet das, dass es nun weltweit nur noch ganze zwei Tiere des Breitmaulnashorns gibt, einmal Sudans Tochter und seine Enkelin. Also zwei Weibchen. Ein versuch, diese Spezies mittels künstlich-medizinischer Methoden versuchen zu Retten, ist somit nicht möglich. Schon alleine deswegen, da neue Population mit untereinander Verwandten Tieren (Tochter+Enkel) keine Aussicht auf erfolg hätte.

Das Sudan zudem noch eingeschläfert wurde, da er bereits Altersschwach war und man ihm das leiden ersparen wollte, ist hiermit auch gesagt. Zudem wurde dieser Bulle rund um die Uhr Bewacht, von mit Maschinenpistolen Bewaffneten Ranger´n um ihn vor der Gefahr der Wilderei zu schützen !

Womit wir beim Thema wären:

Also der frage, wie es überhaupt möglich sein kann, dass eine Population etwa 20.000 Tieren (im Gesamten Afrika) noch im Jahre 2010 – auf ganze 2 Tiere (im Süden, also der Region Afrikas, wo das Breitmaulnashorn lebte)  zurück gehen kann  ? Und das innerhalb von gerademal 8 Jahren ?

Dabei muss man schon mal wissen, dass diese Tierart ende des 19. Jahrhunderts bereits kurz vor der Ausrottung stand – und nur dank rigorosem Schutz und Wiederansiedlungen die damalige Population von nur etwa 20 Tieren geradeso noch mal überlebte. Und sich bis zum Jahre 2010 immerhin aus dem Gefahrenbereich  bewegte.

Dabei wiesen von den fünf weltweit noch existierenden Rhinozeros-Arten gerade die Breitmaulnashörner die grösste Population auf. Wie kann es also sein, dass gerade diese Tiere Ausgerottet wurden ? (und ja – sie wurden Ausgerottet, da die zwei verbliebenen Tiere sich nicht fortpflanzen können.)

Die Antwort heißt so einfach wie erschreckend: Wilderei !

Das südafrikanische Umweltministerium berichtete beispielsweise, dass zwischen den Jahren 1990 und 2007 jährlich durchschnittlich 15 Nashörner der Wilderei zum Opfer vielen. Im Jahre 2014 waren es bereits 1215 Tiere die pro Jahr Geschossen bzw. Gewildert wurden. Im Jahre 2015 wurden sogar 1342 Tiere Getötet. Diese Anzahl stellt somit auch die Höchstzahl aller Jahre überhaupt dar. Seid 2008, dem beginn der Eskalationen mit 262 Getöteten Breitmaulnashörnern.

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Wenn man die zahlen von Anfang der 90ér Jahre mit denen des Jahres 2015 vergleicht, kommt man auf etwa die 80% Steigerung getöteter / Gewilderter Breitmaulnashörner. Nochmal: ganze Achtzig Prozent !!!

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Screenshot: African and Asian Rhinoceroses – Status, Conservation and Trade
A report from the IUCN Species Survival Commission (IUCN SSC) African and
Asian Rhino Specialist Groups and TRAFFIC to the CITES Secretariat
pursuant to Resolution Conf. 9.14 (Rev. CoP15)

Beide in Afrika vorkommenden Nashornarten, wie z.B. das nun Ausgestorbene Breitmaulnashorn als auch das Spitzmaulnashorn stehen bzw. standen auf der Roten liste der vom Aussterben bedrohten arten. Das Abschlachten des Breitmaulnashorns bis zum Letzten Tier hat diese Tatsache allerdings nicht verhindern können. Man fragt sich zurecht, wozu diese „Roten Listen“ überhaupt erfasst werden, wenn es dem verhindern vom Aussterben jener Tiere nicht entgegenwirken kann ?

Ein Bericht der „INTERNATIONAL RHINO FOUNDATION (“IRF”)“ vom September 2016 zeigt zudem, dass sich auch die Wilderei von Spitzmaulnashörnern von 2013 bis 2015 aufgrund erhöhter Verluste in Namibia, Simbabwe und Südafrika mehr als verdoppelt hat. Damit aber die Zahl der Nashörner wächst, muss das Wachstum der Netto-Population (natürliche Geburten – abgezogen der Todesfälle) das Wilderungsniveau übersteigen. Was aber durch die Wilderei ebenfalls ins Ungleichgewicht geraten ist. Daher können die Nashornpopulationen die Wilderungsraten nicht ausgleichen.

Wenn man nun der Meinung sein sollte, dass man Künstlich etwas nachhelfen könnte um mehr Babyrinos zu bekommen um die Population zu stärken, dann würde dies wahrscheinlich ebenso „Erfolgreich“ funktionieren wie z.B. beim Breitmaulnashorn. Da stellte sich nach vielen versuchen heraus, dass die Künstliche Befruchtung nicht gleich Babyrions bedeutet. Mehr noch: Es hat sich als äußerst schwierig erwiesen. Mal abgesehen davon, dass diese Versuche mit Nashörnern durchgeführt wurden die nicht in der Freien Wildbahn lebten.

Auch Sudan war so ein Tier, dass nicht sein ganzes Leben so wie es eigentlich sein sollte, in natürlicher Freiheit leben konnte. Sudan wurde 1973 im heutigen Südsudan geboren. Wonach er  auch seinen Namen erhalten hat. Später wurde er gefangen genommen und zusammen mit weiteren Nashörnern in einen Zoo in Tschechien deportiert. Dort sollten die Armen Tiere der Fortpflanzung dienen – was allerdings scheiterte. Anschließend wurden vier der Nördlichen Breitmaulnashörner, darunter auch unser Sudan nach Ol Pejeta gebracht (2009) da man sich wohl erhoffte es würde mit dem Fortpflanzen nochmal klappen. Aber: Es wurde auch dieses mal nicht daraus.

Um den Lebenslauf der Tiere nun nicht im Detail zu erzählen, lässt sich dies auch etwas abkürzen, dabei aber etwas sehr wichtiges aus diesen ganzen Stationen der Tiere als de facto Ergebnisse bzw. Erkenntnis festhalten:

Zuchtbemühungen fehlgeschlagen

Forscher, die die Tiere Begutachteten kamen zum Schluss, dass Zoogeschichte mit Nashörnern darauf hin deutet, dass je länger ein Weibchen ohne ein junges bleibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie Fortpflanzungsprobleme entwickelt. Experten des IZW Berlin haben im ZOO Dvůr Králové eine künstliche Besamung mit den nördlichen weißen Nashörnern versucht, aber es kam zu keinen Schwangerschaften. Einige von den Tieren zeigten außerdem unterschiedliche Grade schwerwiegender Pathologien des Fortpflanzungstraktes.

Was sagt und das ?

Das man nicht jedes Tier aus seiner ihm bekannten Umgebung herausreißen kann. Das es durchaus sein kann das die Tiere es nicht vertragen können, über die Halbe Erde in Käfigen Transportiert zu werden um sich anschließend in irgendeinem Scheiß Zoo für zig Jahre eingesperrt wieder zu finden. Vom Abschlachten Tausender Tiere bis hin zum Genozid in freier Wildbahn ganz zu schweigen !!!


Wenn die Natur das Machtwort “Ruhe” spricht und der Mensch erwidert “Arbeit”, so wird am Ende immer der Mensch den Schaden davon haben.

 – Prentice Mulford –


 

 


Ich selber finde schon bald keine Worte mehr, wie kläglich, wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt. Es fängt an, mir in der zarten Seele zu schmerzen, begegnen mir doch oft genug solch grausige dinge, wie die Oben genannten. Diese Tiere, sie gehören zu den sogenannten „Big Five“ – also jenen Tieren, die zu den Größten Landlebewesen überhaupt zählen. Sie Sterben uns vor unseren Augen weg, unwiederbringlich. Und wir sehen zu als würden wir geistig die Dramatik daran gar nicht erfassen können, Ist es vielleicht sogar so ? Sind wir nicht fähig als vernunftbegabte wesen die Tragweite eines Unwiederbringlichen Verlustes zu verstehen ? Allein das dabei zusehen sagt doch schon alles aus über uns, die Menschen. 

Also lasst euch allen mal was gesagt sein:

Wenn wir die Welt immer nur aus der gewohnten Perspektive betrachten, dann kommen wir leicht zu der Einbildung, wir selbst seien ihr Mittelpunkt. Wir verwechseln dann rasch unsere persönliche Wahrnehmung mit der tatsächlich gegebenen Realität. Alle anderen Menschen sehen wir dann unter dem Gesichtspunkt, wie und wodurch sie uns nützen oder Schäden. Dadurch werden wir niemandem außer uns selbst gerecht. Fremde Bedürfnisse werden ignoriert, es geht nur um den eigenen Egoismus.

Verhalten dieser Art nimmt anderen ihre Autonomie und Würde.

Es macht sie zu einem Mittel, obwohl sie doch von Natur aus einen Zweck an sich sind und so behandelt werden wollen. Eine dermaßen ungerechte Sichtweise schadet auch uns selbst. Die Lösung für dieses Dilemma ergibt sich aus einem Perspektivenwechel. Die althergebrachte Goldene Regel, welche in sämtlichen Kulturen heimisch ist, lautet bekanntlich:

„Was du nicht willst, das man dir tu, das füg` auch keinem andern zu.“ Oder positiv: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest!“ Das betrifft freilich auch vorschnelle Urteile und harsche Kritik.

Wie sehr schätzen wir diese?

{Franz von Sales}


Denke immer, du wärst an

des Nächsten, und der Nächste 

wäre an deiner Stelle – und du

wirst nie unbillig urteilen.

Schon gar nicht zu Tode richten.


Namasté


Quellenangaben:

Ungebremste Jagd auf Nashörner

African and Asian Rhino Specialist Groups

“The International Rhino Foundation“

Nördliches Breitmaulnashorn: Der letzte seiner Art


© Alpha Rocking 

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