Eil: Glyphosat – 10 Jahre fallen durch

Wo geht sie hin, die Glyphosat-Reise ? Im Grunde wurde heute von der EU-Kommission entschieden, dass die  Zulassung des Herbizids (Rohrreinigers) Glyphosat nicht erneuert wird und die Übergangsfrist von 5 Jahren (bzw. 7 Jahren) bis zum völligen Verbot des Unkrautbekämpfungsmittels steht. Das bedeutet schon mal, dass am 15 Dezember noch mal zu einer Entscheidung kommen wird. Wichtig auch dieses mal: Deutschland enthielt sich somit ein weiters mal mit seiner Stimme.

Aber:

Das ist auch nicht verwunderlich, denn:

Die Bundesregierung kann m.E. so eine Entscheidung (zur zeit) gar nicht treffen, da die Alte Regierung derzeit keine „Entscheidungsgewalt“ besitzt. Die Legislaturperiode ist vorbei, die neue Regierung noch nicht zustande gekommen (z.B. Koalition) & auch die Kanzlerin wurde noch nicht vereidigt.

De facto ist sie, also die Regierung (und normalerweise wird das auch so gehandhabt) während dieser Zeit, nicht „Handlungsfähig“ und darf bzw. kann gar keine so weitreichenden Entscheidungen treffen. Natürlich bleiben die Ämter der Abgeordneten  in Konstellation der Alten Regierung, während noch keine Neue Regierung zustande gekommen ist, Provisorisch erhalten, aber in Grunde wird sich Generell während dieser Zeit nicht mit derartigen Fragen beschäftigt.

Das könnte somit die (erneute) Enthaltung Deutschlands erklären, hätte Deutschland für den einen weiteren Einsatz gestimmt, hätten man dies durchaus als nicht rechtens anfechten können. Natürlich hätte andersrum auch nicht gegen eine weitere Zulassung  gestimmt werden können.

Aber:

Würde die jetzige (Alte Regierung) dagegen stimmen und später jemand diese Entscheidung anfechten -> könnte sie die Entscheidung womöglich zurückziehen (müssen). Würde sie eines Tages als zustande gekommene Regierung wieder entscheiden dürfen, und sich selbst in ihrer vorherigen Entscheidung widersprechen, würden wir Bürger wiederum sehen können, wie sich diese (noch nicht zustande gekommene Regierung womöglich selbst Demaskiert ! Wie auch immer sie sich entscheiden würde -> nun kann wir wie unter einem Brennglas mit ansehen, wie diese Regierung Tickt. Immerhin.

Aber zurück zum eigentlichen Thema:

In  den vergangenen Wochen haben selbst die Experten (wirklich Experten?) aufgehört zu zählen, wie oft es in diesem Kreis (Im kreise der EU-Ebene) schon keinen tragfähigen Beschluss mehr gab und man deshalb auf ein formelles Votum verzichtete. Eine qualifizierte Mehrheit wäre erreicht, wenn 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, zustimmt oder ablehnt. Malta, Italien und Österreich plus möglicherweise Frankreich stehen als Nein-Sager fest. Naja – und Deutschland, wir wissen es ja  nun … enthielt sich … Es sei auch mal erwähnt, dass die EU-Kommission sogar selbst entscheiden dürfe, wenn es (mal wieder) keine Einigung geben würde.

Aber:

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), Fürsprecher für den weiteren Einsatz von Glyphosat, der aber dank des Veto´s von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nichts machen kann, propagiert(e) einen (seinen) Plan B:

Keine (weitere) Verlängerung um zehn Jahre, stattdessen „nur“ bis zum 15. Dezember 2022. In dieser Zeit sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse (Als ob es nicht schon genug gäbe) gesammelt werden. Sollten die den Krebsverdacht belegen, habe die Kommission (ob sie will oder nicht) das Recht, den Einsatz sofort zu stoppen.

Zeit schinden ?

Das ganze schmeckt natürlich nach dem versuch, sich mehr Zeit erkaufen zu wollen. Entscheidung de facto vertagt – gleichzeitig wurde das Wundermittel (der Rohrreiniger Glyphosat) aber auch (Vorerst) nicht länger zugelassen. :-/

Glyphosat & die Menschliche Gesundheit

Glyphosat-Reste in Speiseeis und anderen Naturalien … Erst vor wenigen Tagen legten niederländische Forscher eine Studie vor, die hohe Belastungen bei Anwohnern von Feldern feststellte, wenn Glyphosat bei starkem Wind ausgebracht und in die Siedlungen geweht wird.

Die frage, Ob Glyphosat Krebserregend ist, lässt sich m.E. noch sehr einfach beantworten, denn wenn man weiß, dass die Chemische Struktur von Glyphosat genutzt werden kann, um Metalle aus Ihrer Umwelt herauszulösen, sie zu Binden & Wasserlöslich zu machen, dann kann man sich auch vorstellen, wie Gesund dies für die Menschliche Gesundheit sein dürfte. Nicht ohne Grunde wurde seinerzeit Gyphosat dank dieser Eigenschaften als Kraftvoller Rohrreiniger verwendet. Von den Nutzen für die Umwelt, mal ganz abgesehen. Und was die Umwelt angeht, hatte ich erst kürzlich hier auf meinem Blog berichtet.

Fassen wir also folgendes zusammen:

Das EU-Parlament hat entschieden, die Zulassung des Herbizids Glyphosat nicht zu erneuern, und eine Übergangsfrist von 5 (bis 7 Jahren) Jahren bis zum völligen Verbot einzuräumen. Dazu der Abgeordnete Prof. Buchner (ÖDP), der die Interessen einer ökologischen Landwirtschaft vertritt:

„Dieses Verbot war überfällig. Die Tests, die die angebliche Unbedenklichkeit des Mittels beweisen sollten, wurden unter Bedingungen durchgeführt, die nicht dem realen Einsatz entsprechen. Endlich haben sich die Bürger gegen die Profitinteressen eines internationalen Konzerns durchgesetzt. Eine kürzere Übergangsfrist wäre zwar wünschenswert gewesen, aber mehr war nicht zu erreichen.“

Und zusätzlich wurde entschieden:

Das Parlament hat auch über die Zulassung von drei neuen gentechnisch veränderten Pflanzen abgestimmt: Die Maissorte 1507, die Sojasorte 305427 x 40-3-2 und der Rapssorte MON 88302 x Ms8 x Rf3. Alle drei wurden von der EU-Kommission genehmigt.

Dagegen hat das EU-Parlament Einwände erhoben, und für alle diese Sorten die Genehmigung widerrufen. Prof. Buchner:

„Ich freue mich, dass das Parlament die industriefreundliche Entscheidung der EU-Kommission gekippt hat und sich für die hohe, gentechnikfreie Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Europa entschieden hat.“


1,3 Millionen stimmen gegen Glyphosat

Eines sollte jedoch noch erwähnt werden:

Während der ganzen Gylphosat-Geschichte hatten sich mittlerweile mehr als 100 Umweltverbände und Nichtregierungsorganisationen zu einer durchaus schlagkräftigen Bewegung zusammengeschlossen, diese Gruppe von Menschen hatten somit ganze 1,3 Millionen Unterschriften, gesammelt in der EU & vielen Mitgliedsstaaten  die gegen eine weitere verlängerte Zulassung von Glyphosat in Brüssel vorgelegt wurden.

Das krasse ist aber, dass die EU-Kommission sich mit diesen Stimmen gar nicht beschäftigen muss, was aber politisch mehr als unklug wäre, dieses europäische Bürgerbegehren nicht zuzulassen. Denn: ähnlich wie die (noch nicht zustande gekommene neue Bundesregierung) könnte sich die EU-Kommission so selbst Demaskieren, sollte sie die Stimmen von 1,3 Millionen Menschen / EU-Bürgern Ignorieren.


© Alpha Rocking


Verwendete Quelle:

https://www.topagrar.com/news/Acker-Agrarwetter-Ackernews-Glyphosat-10-Jahre-fallen-durch-8789404.html

http://www.allgaeuhit.de/Allgaeu-Zulassung-des-Herbizids-Glyphosat-wird-nicht-erneuert-UEbergangsfrist-von-5-Jahren-bis-zum-voelligen-Verbot-des-Unkrautbekaempfungsmittels-article10023935.html

https://alpharocking.wordpress.com/2017/10/19/in-den-letzten-27-jahren-rueckgang-von-insekten-um-75/


 

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2 Kommentare zu „Eil: Glyphosat – 10 Jahre fallen durch

Gib deinen ab

  1. und immer dran erinnern was der Vertreter von Dr. Seralini, Frankreich beim Monsantotribunal in Den Haag 2018 sagte:
    In Roundup sind andere Stoffe, die bis zu 1000 x GIFTIGER sind als Glyphosat –
    ein Verbot von Glyphosat also,
    wäre nur ein winzig kleiner Tropfen im weiten Ozean.

    Gefällt mir

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