Der Gott, der Eisen wachsen ließ

Der Gott, der Eisen wachsen ließ,

der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut
den Zorn der freien Rede,
daß er bestände bis aufs Blut
bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.

O Deutschland, heil’ges Vaterland!
O deutsche Lieb’ und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt’re Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann
Die Knechtschaft hat ein Ende!

Laßt klingen, was nur klingen kann
Trompeten, Trommeln, Flöten
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten
mit Henker- und mit Knechteblut
o süßer Tag der Rache
Das klinget allen Deutschen gut
daß ist die große Sache.

Lasst wehen nur, was wehen kann
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:
Auf, fliege, stolzes Siegspanier
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süssen Tod der Freien.


Text: Ernst Moritz Arndt – 1812
Musik: Albert Methfessel – vor 1813 – (1785-1869)



Ernst Moritz Arndt

Ernst Moritz Arndt hat sich sowohl durch seine dichterische als auch politische Tätigkeit einen Namen gemacht; wobei seine Überzeugungen bis heute kontrovers diskutiert werden.

Ernst Moritz Arndt (* 26. Dezember 1769 in Groß Schoritz auf Rügen, damals Schwedisch- Pommern; † 29. Januar 1860 in Bonn) war ein deutscher Schriftsteller und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Er widmete sich hauptsächlich der Mobilisierung gegen die Besatzung Deutschlands durch Napoleon.

Er gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Epoche der Freiheitskriege, wird als Demokrat und deutscher Patriot, aber auch als Nationalist und Antisemit beurteilt.

Nach seiner Schulzeit in Stralsund studierte Arndt ab 1791 zunächst an der Universität Greifswald (die seit 1933 seinen Namen trägt), später in Jena evangelische Theologie, Geschichte, Erd- und Völkerkunde sowie Sprachen und Naturwissenschaften. Im April 1800 wurde Ernst Moritz Arndt in Greifswald habilitiert: in Geschichte und Philologie mit einer Schrift, in der er sich gegen die Ideen Rousseaus ausspricht. 1801 wurde er dort Privatdozent.

1803 wurde Ernst Moritz Arndt nach dem Erscheinen seines „Versuchs einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen” von adligen Gutsbesitzern verklagt. In seiner Schrift kritisiert er voller Empörung die Leibeigenschaft. Im selben Jahr verfasste Arndt den ersten Teil seiner anti-napoleonischen Flugschrift „Geist der Zeit”.

Ab 1805 war Arndt mehrfach für die schwedische Regierung tätig. Durch seine Schriften als Franzosenhasser bekannt, musste er nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt vor den Truppen Napoleons nach Schweden flüchten. Nach dem Sturz von König Gustav IV. Adolf kehrte er illegal nach Deutschland zurück. 1812 folgte Ernst Moritz Arndt dem Freiherrn vom Stein als dessen Privatsekretär nach Russland. Nach Napoleons Niederlage in Russland kehrte Arndt 1813 nach Schwedisch-Pommern zurück.

Zur Unterstützung des evangelischen Pietismus veröffentlichte er den Deutschen Volkskatechismus. Ab 1818 war er Professor für Geschichte in Bonn. Aus politischen Gründen musste er jedoch seine Ämter wenige Jahre später niederlegen; er wurde erst 1840 rehabilitiert und zum Rektor der Bonner Universität erklärt.

1848 wurde Ernst Moritz Arndt Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Er war Mitglied der Kaiserdeputation und Alterspräsident. 1849 trat Arndt desillusioniert aus der Gagern’schen Partei in der Versammlung aus und widmete sich wieder dem akademischen Leben.


Mein dank richtet sich dieses mal an Lydia – Ihrer Di­s­tin­guiert­heit & freundlichen Art, mir immer mal wieder Zeilen wie diese Oben zukommen zulassen. 🙂


© Alpha Rocking

4 Kommentare zu „Der Gott, der Eisen wachsen ließ

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